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Aus verschiedenen Gründen konnten einige Paare nicht an den
Start gehen oder mussten absagen, es waren folglich nicht ganz so viele wie
im letzten Jahr. Das tat indessen dem Erfolg der Veranstaltung keinen
Abbruch. Den Ausrichtern Henriette Wagner und Thomas Derner gelingt es seit
Jahren immer wieder, in der Dreifachsporthalle der Kleinstadt Lengerich für
ein begeisterungsfähiges Publikum eine rundum gelungene
Tanzsportveranstaltung zu organisieren: Thomas Derner erwies sich erneut als
ein routinierter Turnierleiter, der alle erforderlichen Informationen gibt,
für den aber die Paare der Mittelpunkt des Ereignisses sind. Ein
abwechslungsreiches Showprogramm aus der Arbeit der Tanzschule waren der
Rahmen für das eigentliche tanzsportliche Ereignis. In beiden Disziplinen
hat sich bewiesen, dass der DPV auch weiterhin über leistungsstarke Paare
verfügt, die international ein Wort mitreden können.

Prominenz am Flächenrand: Isabel Edvardsson und Michael Hull
Auf der Startliste der Standardkür
standen nur vier Paare. Wie kürzlich beschlossen, wurde dennoch eine Runde
vorgeschaltet, nicht als gewertetes Semifinale, sondern im Sinne eines „general
look“. Stanislaw Massold und Christine Deck hatten krankheitshalber
abgesagt, so dass es auf einen Zweikampf zwischen den Vorjahreszweiten Boris
und Madeleine Rohne („Romeo und Julia“) und den Titelverteidigern Simon
Reuter und Julia Niemann („Emotions“) hinauslief, den die letzteren deutlich
und nicht unerwartet für sich entschieden. Diese beiden Paare werden
Deutschland in Kürze bei der Europameisterschaft der Standardkür in Freiburg
vertreten.

Thomas Derner überlässt Karl Breuer das Mikrofon für die Begrüßungsansprache
Das Lateintunier fand ohne die
Titelverteidiger Stefan Erdmann und Sarah Latton statt, die wegen eines
ernsthaften Krankheitsfalles in der Familie nicht antreten konnten. Die
Wertung der Endrunde wies die Besonderheit auf, dass alle vier vorderen
Paare Plätze von 1 bis 4 für sich verbuchen konnten. Die Choreographie der
Kür „Now!“ von Federico Slemties und Stefanie Thoms liegt etwas außerhalb
des Spektrums des Üblichen, sie enthält (vielleicht: infolgedessen) einen
vergleichsweise großen Anteil von Bewegungsabläufen, die nicht im
klassischen Lateintanzen beheimatet sind. Beides ist nach den Kürregeln
erlaubt, mag aber die Auffassungsunterschiede der Wertungsrichter erklären.
Mit derselben Majorität, nämlich mit sechs Wertungen auf „1-3“ schlossen die
Vizemeister des Vorjahres Martin Schurz und Sofia Bogdanova („Zufällige
Begegnung“) und Anton Ganopolskyy / Nataliya Magdalinova („Latin pure“) das
Finale ab. Erst die nächste Rechenregel ergab für die Bonner wiederum den
Vizemeistertitel. Die Show- und folglich auch Kürtalente Boris und Madeleine
Rohne nutzten mit ihrer Kür „Senor coconut“ die Gunst der Stunde und der
Titelvakanz, erhielten von sechs Wertungsrichtern Einsen und Zweien und sind
die neuen Deutschen Kürmeister in den lateinamerikanischen Tänzen.

Das Turnier war von einem gelungenen Showprogramm umrahmt
Das Kürtanzen bietet den Paaren ein
hohes Maß an Gestaltungsfreiheit. Davon wird in verschiedener Weise Gebrauch
gemacht. Das wirft aber auch Fragen auf: Ist vor allem typisches Latein- und
Standardtanzen gefragt, oder sind auch größere Anteile „freestyle“
angebracht? Soll der „Name“ der Kür schon ihre tänzerische Ausgestaltung mit
vorgeben, soll eine „Geschichte“ erzählt werden („Romeo und Julia“, „Zorro“
von Markus und Isabel)? Oder ist bei einer phantasievollen nicht an einer
Story orientierten Choreographie auch ein Phantasiename („Emotions“, „Now“)
das richtigere? Gewiss, beides ist erlaubt, aber gerade das ist kein Beitrag
für eine bessere Vergleichbarkeit der Küren. Und ein Kürturnier soll ja
schließlich auch als Wettkampf, dessen Entscheidungsgrundlagen
nachvollziehbar sind, ernst genommen werden.
Die Fotos unserer Bildergalerie hat
Detlef Dowidat von den Westfälischen Nachrichten aufgenommen, dem wir
herzlich dafür danken.
F.R.
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