|
Nach einem Jahr Pause: Adventsturnier in Balingen
Die Meldungen der Paare zu diesem traditionsreichen Turnier in der
Vorweihnachtszeit in Balingen gingen zunächst etwas schleppend ein,
vielleicht deshalb, weil der Termin noch etwas näher an den Festtagen lag
als in den Jahren zuvor. Vielleicht hat auch eine Rolle gespielt, dass das
Balinger Adventsturnier im letzten Jahr wegen eines Umbaus der Stadthalle
ausfallen musste und nun deshalb bei manchen nicht mehr zu den üblichen
Planungen gehörte.

Sehr viele Paare waren es dann letztlich
nicht, nach einem vorübergehenden Höchststand von 10 Meldungen waren dann
nur sieben angetreten, aber das wurde durch deren hervorragende Leistungen
wettgemacht:
An der Spitze des Feldes gab es sehr eindeutige Entscheidungen: Der
Turniersieg ging mit fast ausnahmslos allen Einsen klar an Markus Homm und
Ksenia Kasper. Der Verband begrüßt es sehr, wenn sich die Paare, die als
Tanzsporttrainer überwiegend im Ausland tätig sind, auch zu nationalen
Turnieren melden und hält das auch für eine Voraussetzung für eine
Nominierung zu internationalen Meisterschaften. Markus und Ksenia haben sich
dem Vorschlag des Verbandes nicht verschlossen und waren eigens für dieses
Turnier aus Japan angereist. Sie mussten sich nur in der Kür Jesper Birkehoj
und Anna Kravchenko geschlagen geben, die kürzlich in Sofia die
Europameisterschaft Kür Latein gewinnen konnten.

2. Jesper Birkehoj / Anastasiya Kravchenko
Die klare Situation an der Spitze
entsprach den Erwartungen ebenso wie die Tatsache, dass im Mittelfeld die
Entscheidungen für die Plätze drei bis fünf oft recht knapp waren. Zwar
lassen die Platzziffern 19, 23 und 30 auf ziemlich eindeutige Verhältnisse
schließen, aber ganz so eindeutig waren sie letztlich oft nicht, denn alle
drei Paare erhielten in fast allen Tänzen Wertungen innerhalb einer größeren
Bandbreite. Das ist auch so in Ordnung, denn einerseits lässt sich gegen das
Ergebnis insgesamt sicher nichts sagen, andererseits hatten alle drei Paaren
des Mittelfeldes unterschiedliche Stärken. Je nach der Bedeutung, die der
Wertungsrichter dem zumisst, fallen die Wertungen unterschiedlich aus.

4. Massimo Sinato / Tatjana Kuschill
Wieder einmal wurde die Kürrunde vom
Publikum begeistert aufgenommen, und das aus gutem Grund: Es ist nun einmal
in der Kür mehr Platz für Einfallsreichtum und persönliche Gestaltung. Die
Wertungen zeigen, dass es sich nicht nachteilig auswirken muss, wenn nur
einer der Turniertänze für die Kür verwendet wird, dass sich aber auch
besonders spektakuläre Elemente wie die der Kür von Massimo Sinato und
Tatjana Kuschill nur in einem gewissen Maße auf die Wertung förderlich
auswirken. Von der Möglichkeit zwischen der A- und B-Note zu differenzieren,
wird übrigens - insgesamt gesehen - nach wie vor nur zurückhaltend Gebrauch
gemacht.
Falko Ritter

Auf dem Siegertreppchen v.l.n.r. 1. Jesper Birkehoj / Anna
Kravchenko, Markus Homm / Ksenia Kasper, Jürgen Schlegel / Melissa
Ortiz-Gomez,
vordere Reihe, 2. v.r. (im Frack und mit Mikrofon) Horst Walter, umgeben von
Funktionären der Stadt und des DPV
Finale:
1. Markus Homm / Ksenia Kasper (Nürnberg) - 7 -
2. Jesper Birkehoj / Anastasiya Kravchenko (Karlsruhe) - 11 -
3. Jürgen Schlegel / Melissa Ortiz-Gomez (Ravensburg) -19 -
4. Massimo Sinato / Tatjana Kuschill (Mannheim) - 23 -
5. Sergiy Plyuta / Debbie Seefeldt (Hamburg) - 30 -
6. Reini Nißl / Reneta Pawlik-Temelkova (München) - 36 -
Wertungsrichter:
Patricia Burghard (Gersthofen), Jürgen Schimmel (Chemnitz), Frank Knief
(Norderstedt), Daniela Orasanin (Seeheim-Jugenheim), Martin Schurz (Bonn)
Fotos: Franziska Streffing
|