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Verdoppelte Paarzahl, erfreulich gute Leistungen
Einige Anmerkungen zur DM 10 Tänze 2010
In den Jahren 2006 bis 2009 haben sich nur drei bis vier Paare an der
Deutschen 10-Tänze-Meisterschaft beteiligt. Diese Zahl konnte jetzt
praktisch verdoppelt werden, es waren nach zwei Absagen immer noch sechs
Paare, die sich am 18. September in der Stadthalle Chemnitz um des Titel des
Deutschen 10-Tänze-Meisters beworben haben.
Geplant wurde dieses Turnier noch nach dem jahrelang erforderlichen Modus,
dass nämlich zwei separate Turniere in Standard und Latein stattfinden, aus
denen für diejenigen Paare, die beides tanzen, das 10-Tänze-Ergebnis
errechnet wird. Erforderlich war das deshalb, weil es weder für einen
Ausrichter noch für das zahlende Publikum zumutbar wäre, wenn - z.B. wegen
einer besonders hohen Quote von Absagen - das Turnier mit nur ganz wenigen
Paaren durchgeführt werden müsste. Hält der Anstieg der Zahl startbereiter
10-Tänze-Paare allerdings weiter an, dann wird darüber nachzudenken sein, ob
man die 10-Tänze-DM nicht wieder als ein eigenständiges Turnier durchführt.
Derzeit ist das allerdings noch ein bisschen Zukunftsmusik.
Nach den erwähnten Absagen waren letztlich am Start:
Standard:
1. Torsten Schröder / Tanja Mielke, Leichlingen
2. Boris und Madeleine Rohne, Leipzig
3. Jurij und Aleksandra Kaiser, Hamburg
4. Boris Baßler / Daniela Heinzmann, Heppenheim
5. Stefan Heinrich / Manuela-Agata Brychzy, Berlin
8. Felix Schäfer / Nina Ciechowski, Berlin
9. Sascha und Natascha Karabey, Bad Homburg
10. Rüdiger Homm / Viktorija Triscuka, Nürnberg
11. Oliver und Jasmin Rehder, Köln
12. Oliver Thalheim / Tina Spiesbach, Leipzig
21. Matthias Wirth / Annelie Röhrl, München
Latein:
1. Torsten Schröder / Tanja Mielke, Leichlingen
2. Boris und Madeleine Rohne, Leipzig
3. Jurij und Aleksandra Kaiser, Hamburg
4. Boris Baßler / Daniela Heinzmann, Heppenheim
5. Stefan Heinrich / Manuela-Agata Brychzy, Berlin
14. Jesper Birkehoj / Anastasiya Kravchenko, Karlsruhe
17. Sergiy Plyuta / Debbie Seefeldt, Hamburg
18. Sergey Oladyshkin / Anastasia Weber, Stuttgart
21. Matthias Wirth / Annelie Röhrl, München
22. Franco Formica / Oxana Lebedew, Baden Baden
Zu dem „innersächsischen Zweikampf“, diesen Begriff hatte die lokale und
regionale Presse gerne aufgegriffen, kam es bedauerlicherweise nicht. Für
die Deutschen Meister Boris und Madeleine Rohne aus Leipzig standen bis kurz
vor dem Turnier starke Herausforderer auf der Liste: Christoph Kies und
Blanca Ribas Turón aus Dresden, die als Professionals wieder gemeinsam auf
das Turnierparkett zurückgekehrt sind, wurden allgemein hoch gehandelt,
waren sie doch als Amateure in den Jahren 2001 bis 2008 siebenmal Deutsche
Meister in der Kombination und hatten in diesen Jahren zudem zweimal den
Europameistertitel und dreimal den Weltmeistertitel nach Deutschland geholt.
Eine schmerzhafte Entzündung im Fuß machte jedoch für Blanca bei ihrem
ersten geplanten Profiturnier einen Start unmöglich. So blieb ihnen nur
übrig, das Geschehen frustriert vom Flächenrande aus zu verfolgen.

Siegerehrung
In dieser Situation war es für Boris
und Madeleine keine besonders schwierige Aufgabe, ihren Titel zu
verteidigen. Das ist ihnen mit einer über alle 10 Tänze und jeweils zwei
Runden konstant guten Leistung gelungen. Als einziges Paar des Abends haben
sie sich für beide Finals qualifiziert.
Im Verfolgerfeld sind bunt gemischt längergediente und neue Professionals zu
finden. Mit in beiden Sparten ausgeglichener Leistung kamen Stefan Heinrich
und Manuela-Agata Brychzy aus Berlin auf Platz 2. Die Wertungstabelle zeigt
jedoch, wie knapp ihr Vorsprung vor den Hamburgern Jurij und Alexandra
Kaiser war. Das gilt schon für das Semifinale, aber auch für das
Lateinfinale, das beide erreicht haben.
Auf die Medaillenränge des Standard- und des Lateinturniers kamen
ausschließlich „Spezialisten“. Das hat seinen Grund vor allem darin, dass
diese Turniere qualitativ außergewöhnlich stark besetzt waren und sowohl das
eine wie das andere ein eigenes abendfüllendes Programm hätte abgeben
können. Sowohl Sascha und Natascha Karabey als auch Franco Formica und Oxana
Lebedew demonstrierten eindrucksvoll, dass ihnen ihre glanzvollen Ergebnisse
auf dem internationalen Parkett nicht in den Schoß fallen, sondern in ihrer
überzeugenden Leistungsstärke begründet sind. Ihnen folgten in den
Ergebnislisten die deutschen Standard-Vizemeister Rüdiger Homm und Victorija
Triscuka bzw. die deutschen Latein-Vierten Jesper Birkehoj und Anna
Kravchenko. Für die beiden Paare auf dem Bronzerang der beiden Turniere ist
es sicher erfreulich, dass sie sich als Profineulinge schon bald im
Medaillenbereich etablieren können, verdient war diese Ergebnisse ebenfalls.
Die neu ins Turnierprogramm eingeführten Basictänze kommen beim Publikum
außergewöhnlich gut an, insbesondere wenn es zu einem sehr großen Teil aus
Tanzschulbesuchern besteht. Mit Erstaunen wird dann beobachtet, wie die
Variationen, die man selbst im Tanzkreis durchnimmt, aussehen können, wenn
sie von Spitzentänzern vorgetragen werden.
In bewährter Weise war das Turniergeschehen umrahmt von einigen Darbietungen
verschiedener Tanzgruppen und Formationen der ausrichtenden Chemnitzer
ADTV-Tanzschule Köhler-Schimmel. Insgesamt ein rundum gelungenes
Ballereignis mit hervorragenden tanzsportlichen Leistungen. Der
Stellvertretende Oberbürgermeister war des Lobes voll, und auch Jürgen
Schimmel, der sich nach einigen Paarabsagen schon berechtigte Sorgen gemacht
hatte, konnte rundum zufrieden sein.
Falko Ritter
Wertungsrichter:
Standard:
A: Max-Ulrich Busch
B: Christa Fenn
C: Tanja Fürmeyer
D: Bernd Hörmann
E: Matthias Fronhoff
F: Martina Taeschner-Trautz
G: Carmen Vincelj
Latein:
A: Max-Ulrich Busch
B: Christa Fenn
C: Thomas Fürmeyer
D: Evelyn Hädrich-Hörmann
E: Oliver Wessel-Therhorn
F: Martina Taeschner-Trautz
G: Carmen Vincelj
Die Fotos wurden freundlicher Weise zur Verfügung gestellt von:
Helmut Roland
www.sportevent-photography.de
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