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Neue Deutsche Meister in der Kür
In der Kürdisziplin ist der zeitliche Rhythmus der Deutschen Meisterschaften
nicht so gleichmäßig wie in Standard und Latein. In der Standard- und der
Lateindisziplin liegt meist ziemlich genau ein Jahr dazwischen. Bei den
Kürmeisterschaften ist das manchmal anders: 19 Monate waren seit der
Deutschen Meisterschaft 2010 vergangen, bis man jetzt in Balingen wieder zum
Meisterschaftsturnier zusammen kam, und bis zum nächsten werden es nur drei
Monate sein. Diese Abfolge wird natürlich nicht bewusst angestrebt, sie
ergibt sich daraus, dass in manchen Jahren für besser geeignete Termine
nicht die erforderlichen Ausrichter zur Verfügung stehen.

Siegerehrung Kür Latein (Plätze von links nach rechts)
Keiner der beiden Titel wurde von dem
jeweiligen Meisterpaar des Jahres 2010 verteidigt: Jesper Birkehoj und Anna
Kravchenko (Kür Latein) waren daran aus terminlichen Gründen gehindert,
Simon Reuter und Julia Niemann (Kür Standard) haben inzwischen vom aktiven
Turniersport Abschied genommen. Für Spannung sorgte
außerdem, dass je zwei Paare erstmals zu einem reinen Kürturnier angetreten
waren.

Siegerehrung Kür Standard (Plätze: von rechts nach links, Baßler/Heinzmann
stehen bei den Lateinpaaren)
Und sie waren sehr erfolgreich, die neuen
Paare: Je zwei von ihnen setzten sich in Standard und Latein an die Spitze
der Ergebnisliste und erreichten die Plätze eins und zwei. Drei der vier
tanzen schon einige Zeit bei den Professionals und waren Finalisten der
Deutschen Meisterschaften in ihrer Disziplin, Oliver und Jasmin Rehder sowie
Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan in diesem und im vergangenen Jahr in
Standard, Valera Musuc und Nina Trautz dieses Jahr in Latein. Das erste
Profiturnier überhaupt war diese Deutsche Meisterschaft für Christian Polanc.
Christian hatte sich mit Abschluss seiner Zeit bei den Amateuren – er war
2004 und 2005 Deutscher Vizemeister – dem Turnierparkett fern gehalten und
ist als Tanzsporttrainer tätig. Für Melissa war vor kurzem ihre erfolgreiche
Partnerschaft mit Jürgen Schlegel zu Ende gegangen.

30 Jahre "Walterbälle" in der Stadthalle Balingen. Oberbürgermeister Helmut
Reitemann gratuliert Horst Walter
Über ihren ersten deutschen Meistertitel
konnten sich in der Standardkür Oliver und Jasmin Rehder freuen. Vier
Wertungsrichter setzten sie auf den ersten Platz. Adrian und
Johanna-Elisabeth Klisan waren ihnen allerdings dicht auf den Fersen.
So sah auch das Ergebnis für Christian Polanc und Melissa Ortiz-Gomez aus.
Vier Wertungsrichter hatten sie auf Platz eins gesehen, für den von vielen
erwarteten Sieg hat es damit bequem ausgereicht. Dass sie zu der schon eine
Woche später stattfindenden Weltmeisterschaft nicht mehr nominiert werden
konnten (die erforderlichen Visa wären nicht mehr zu beschaffen gewesen) war
Christian und Melissa klar.

Der Direktor der Stadthalle Balingen Ulrich Klingler (rechts) wurde mit der
Silbernen Ehrennadel des DPV ausgezeichnet.
OB Reitemann freut sich mit ihm.
Auf den Plätzen zwei und drei hat sich das
Ergebnis der Europameisterschaft (Ende Oktober in Leipzig) umgedreht. Drei
Wertungsrichter sahen die Augsburger vorne, zwei die Kölner, die Majorität
auf den Plätzen 1-2 gab den Ausschlag.
In beiden Turnieren konnten sich in den Verfolgerfeldern die Deutschen
10-Tänze-Meister Jurij und Aleksandra Kaiser aus Hamburg gut präsentieren
und kam auf einen dritten und einen vierten Platz. Besonders in den B-Noten
wurden sie sehr gut bewertet. In der Standardkür hat sie ein Wertungsrichter
als Sieger gesehen, in der Lateinkür zwei Wertungsrichter auf Platz 2. Auch
dem Publikum haben die Küren gut gefallen. Auch für diese Spitzengruppe
gilt: Bei jedem Turnier werden die Karten neu gemischt.

30 Jahre Walterbälle, wohl ebenso lange ein Tänzchen mit der Siegerin,
dieses Mal mit Jasmin Rehder.
Wieder einmal konnte man feststellen:
Kürtanz (sei es als sechster Tanz in einem Standard- oder Lateinturnier, sei
es in einem eigenständigen Kürturnier) kommt gut an. Bernd Ulrich schreibt
in der lokalen Presse: „Die Zuschauer erlebten wieder einmal mehr eine
grandios gelungene Melange aus Tanz, Sport und Schau. Der Ideenreichtum
bezüglich Musik und Kleidung der Akteure sorgte überdies für permanente
Spannung und Aufmerksamkeit. Tummelten sich doch auf dem Parkett „Heidi und
Peter“ ebenso wie „James Bond“, „Michael Jackson“, „Lisa Minelli“ und der
„Kleine grüne Kaktus“. Die Gäste honorierten die Auftritte mit lautstarken
bis stürmischen Beifallsbekundungen.“ Wer sich (erfreulicherweise) mit dem
Gedanken trägt, ein DPV-Turnier auszurichten, mag auch das in seine
Überlegungen einbeziehen.
Die ausrichtende ADTV-Tanzschule Horst Walter aus dem nahe gelegenen
Albstadt hat mit diesem Turnier ein Jubiläum gefeiert: Bernd Ullrich
schreibt dazu: „ '30 Jahre Walterbälle, 120 Tanzveranstaltungen, 50 000
Gäste, eine Bilanz die sich sehen lassen kann' konstatierte
Oberbürgermeister Helmut Reitemann“. Aus demselben Anlass hat sich der DPV
bei Ulrich Klingler, dem Geschäftsführer der Stadthalle Balingen, für viele
Jahre erfolgreicher guter Zusammenarbeit mit der Verleihung der silbernen
Ehrennadel bedankt.
Falko Ritter
Platzierungen und Wertungen
Standard
1. Oliver und Jasmin Rehder (Köln) 1 1 1 1 2
2. Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan (Wetzlar) 2 2 2 2 3
3. Jurij und Aleksandra Kaiser (Hamburg) 3 3 3 3 1
4. Mario und Sabine Schiena (Leverkusen) 4 4 5 5 4
5. Boris Baßler / Daniela Heinzmann (Heppenheim) 5 5 4 4 5
Latein
1. Christian Polanc / Melissa Ortiz-Gomez (Ingolstadt) 1 1 3 1 1
2. Valera Musuc / Nina Trautz (Augsburg) 2 2 4 2 5
3. Stefan Erdmann / Sarah Latton (Köln) 3 3 1 3 3
4. Jurij und Aleksandra Kaiser (Hamburg) 4 4 2 4 2
5. Federico Slemties / Alessja Sapadenskaja (Hannover) 5 5 6 5 4
6. Sergey Oladyshkin / Anastasia Weber (Stuttgart) 6 6 5 6 6
7. Boris Baßler / Daniela Heinzmann (Heppenheim) 7 7 7 7 7
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