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Zu den Turnierstätten, die immer wieder Schauplatz großer nationaler und
internationaler Tanzsportereignisse sind, zählt die Stadthalle Chemnitz. Wie
im Vorjahr hatte es auch dieses Mal die ADTV-Tanzschule Köhler-Schimmel
übernommen, die Deutsche Meisterschaft der Professionals über 10 Tänze
auszurichten, und sie hat sich dieser Aufgabe wie immer mit Bravour
entledigt.
Seit einigen Jahren stehen dem DPV nicht sehr viele Paare zur Verfügung, die
in beiden Turnierdisziplinen an Wettkämpfen teilnehmen wollen. Bei den
Planungen muss man zudem von der aktuell größtmöglichen Zahl mit Rücksicht
auf Nichtmeldungen und Absagen noch einen Sicherheitsabschlag vornehmen. Die
Zahl der DM-Teilnehmer lag mit vier Paaren letztlich im Rahmen des
Erwartbaren.
Das Tanzsportpublikum möchte nicht nur Qualität sehen, sondern erwartet auch
eine gewisse Anzahl an Paaren. Vor diesem Hintergrund ist der
Durchführungsmodus entstanden, der nun schon seit einigen Jahren praktiziert
wird: Es finden zwei getrennte Turniere statt, zu denen sich die Paare auch
einzeln anmelden können. Aus den Ergebnissen derer, die an beiden Turnieren
teilnehmen, wird dann die Rangfolge der 10-Tänze-Meisterschaft errechnet.
Ein virtuelles Turnier sozusagen, dessen Regeln dem Publikum nicht sehr
einfach zu vermitteln sind. Aber eine bessere Idee wurde noch nicht
gefunden.
Am selben Tag hat in Stockholm die Europameisterschaft Standard
stattgefunden, zu der die drei ersten Paare der letzten Deutschen
Meisterschaft (12. November 2010 Radolfzell) nominiert waren. Gleichwohl gab
es eine Endrunde zu sehen, an der man seine Freude haben konnte. Die Sieger
Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan sowie die Drittplatzierten Alexander
Einfinger und Juliane Strehmann haben kürzlich in Blackpool ein gutes Bild
abgegeben und in Chemnitz gezeigt, dass das keine Eintagsfliegen waren.
Oliver Thalheim und Tine Spiesbach machen sich derzeit im Turniergeschehen
etwas rar, haben aber mit dem zweiten Platz gezeigt, dass mit ihnen immer zu
rechnen ist.

Medaillenränge haben erreicht (v.l.n.r.:) Stefan Heinrich/Manuela-Agata
Brychzy (2. Platz), Jurij und Aleksandra Kaiser (Deutsche Meister), Mario
und Sabine Schiena (3. Platz). (Links: Karl Breuer, rechts: DPV-Sportwart
Klaus Gundlach und Jürgen Schimmel.)
Im Lateinturnier konnte man eine Neuauflage des Zweikampfs zwischen Stefan
Erdmann/Sarah Latton und Valera Musuc/Nina Trautz kommen sehen. Man wurde
nicht enttäuscht: Die Augsburger konnten knapp die Samba gewinnen, alle vier
weiteren gingen an die Kölner Konkurrenten. Da bleibt es also weiterhin
spannend.
Nach den Turniergebnissen der letzten Zeit und auch nach den
Semifinalresultaten dieses Abends war es es klar, dass der Kampf um den
Titel zwischen Stefan Heinrich/Manuela-Agata Brychzy (Berlin) und Jurij und
Aleksandra Kaiser (Hamburg) stattfinden würde. Jurij und Aleksandra kamen im
Lateinturnier in allen fünf Tänzen auf den Bronzerang. Für den Standardteil
wurden Stefan und Manuela-Agatha die besseren Chancen eingeräumt. Aber
gleich im Tango, der als Solotanz als erster getanzt wurde, haben die
Hamburger ihre Chance genutzt und sich vor die Berliner gesetzt. Die vier
weiteren Tänze, die dann an Heinrich/Brychzy gingen, konnten am Ergebnis
nichts mehr ändern. Das Errechnen des dritten Platzes war nicht einfach, mit
36 : 34 besseren Bewertungen hatten Mario und Sabine Schiena das berühmte
Quäntchen Glück mehr als die Gegner.

Boris und Madeleine Rohne wurden anlässlich ihres Abschieds vom aktiven
Tanzsport mit der Silbernen Ehrennadel des DPV geehrt. (li.: DPV-Präsident
Karl Breuer, re.: Ausrichter und Turnierleiter Jürgen Schimmel)
Der Titel war vakant geworden, weil sich die Deutschen Meister Boris und
Madeleine Rohne vor kurzem entschlossen haben, die Zeit des aktiven
Turniertanzens zu beenden. Sie haben sich ihrem Publikum - für Boris und
Madeleine aus Leipzig war das Chemnitzer Publikum immer "ihr" Publikum - mit
einer Standard- und einer Lateinshow verabschiedet. Der DPV hat das Paar für
seine Erfolge, aber auch für seine vorbildliche sportliche Haltung mit der
Ehrennadel in Silber ausgezeichnet.
Finale Standard:
1. Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan (Wetzlar)
2. Oliver Thalheim / Tina Spiesbach (Leipzig)
3. Alexander Einfinger / Juliane Strehmann (Berlin)
4. Felix Schäfer / Nina Ciechowski (Berlin)
5. Stefan Heinrich / Manuela-Agata Brychzy (Berlin)
6. Jurij und Aleksandra Kaiser (Hamburg)
Finale Latein:
1.Stefan Erdmann / Sarah Latton (Köln)
2. Valera Musuc / Nina Trautz (Augsburg)
3. Jurij und Aleksandra Kaiser (Hamburg)
4. Sven und Valentina Binek (Ahlen)
5. Stefan Heinrich / Manuela-Agata Brychzy (Berlin)
6. Federico Slemties / Alessja Sapadenskaja (Hannover)
Deutsche Meisterschaft 10 Tänze:
1. Jurij und Aleksandra Kaiser (Hamburg)
2. Stefan Heinrich / Manuela-Agata Brychzy (Berlin)
3. Mario und Sabine Schiena (Leverkusen)
4. Boris Baßler / Daniela Heinzmann (Heppenheim)
Das Wertungsgericht war hochkarätig, auch ehemalige Weltmeister stehen
auf der Liste:
Katja Convents (Bonn), Thomas Fröhmer (Standard) und Uta Fröhmer (Latein) (Alfter-Impekoven),
Michael Hull (Osnabrück), Fred Jörgens (Taucha), Oliver Kästle (Köln) Frank
Knief (Norderstedt), Michael Stylianos (Großbritannien).
Michael Stylianos kam an diesem Wochenende noch ein weiteres Mal zum
Einsatz: Für den Sonntag konnte er vom DPV für eine Paarschulung
verpflichtet werden, von der die Teilnehmer begeistert waren.
Falko Ritter
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