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Europameisterschaft Latein: Kaum
Änderungen an der Spitze
Die Startliste war dieses Mal etwas erläuterungsbedürftig: Eine
Sonderregelung galt für die Titelverteidiger. Sie sind seit kurzem nicht
mehr für Polen, sondern für Großbritannien registriert und unterliegen
deshalb derzeit noch einer Startruhe (Abschnitt 4.3.3 der WDC Competition
Rules). Nach Abschnitt 3.2.4 der Rules waren sie als Titelverteidiger jedoch
gleichwohl startberechtigt.
Wie immer durften die europäischen WDC-Mitglieder je zwei Paare nominieren.
Hinzu kamen erstmals drei Paare, die gemäß Abschnitt 3.5 der Rules „Wild
Cards“ erhalten hatten. Für die Vergabe der Wild Cards wird die
WDC-Rangliste der jeweiligen Disziplin zugrunde gelegt. Zum Zuge kommen die
drei nach der üblichen Nominierung durch die WDC-Mitglieder verbleibenden
bestplatzierten Paare. Dieses Mal waren das Paare aus Großbritannien,
Russland und Deutschland. Dass diese Regelung unter Leistungsgesichtspunkten
ihren Sinn hat, zeigt das Gesamtergebnis: Bei 35 Teilnehmern haben alle drei
Paare Plätze im Bereich 13 bis 16 belegt.
Zu diesen drei Paaren zählten auch Valera Musuc und Nina Trautz aus
Deutschland. Das war nach der Europameisterschaft Kür Latein Ende Oktober in
Leipzig ihre zweite internationale Meisterschaft. Auch hier haben sie sich
sehr gut präsentiert. „Mit einem hervorragenden geteilten 16./17. Platz
konnten Valera Musuc und Nina Trautz den Heimvorteil und ihr unbekümmertes
Auftreten ausnutzen um bei ihrer 1. EM für ein tolles Ergebnis für
Deutschland sorgen“, schreibt DTV-Verbandstrainer Laurens Mechelke auf der
Internetseite dancing 24.
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Markus Homm und Ksenia Kasper |

Jesper Birkehoj und Anna Kravchenko |

Valera Musuc und Nina Trautz |
Eine Runde weiter, ins Semifinale also,
kamen die Ersten der deutschen Latein-Rangliste Jesper Birkehoj und Anna
Kravchenko. Sie schlossen das Turnier mit dem 12. Platz ab. Nach dem
Viertelfinale waren sie noch mit 30 Kreuzen auf Platz 8/9 gelegen. Nun kann
einerseits bei der Addition der Kreuze schon eine kleine Differenz zu einem
größeren Platzunterschied führen, andererseits dürfte das Viertelfinale in
der Tat ihre stärkste Runde gewesen sein, auf die das Urteil „entspannt und
ausdrucksstark“ (Mechelke) sicher zutrifft.

In diesem wunderschönen Saal tanzt die internationale Elite
immer wieder gerne.
Ins Finale kamen fast dieselben Paare wie
im Vorjahr. Fast, das bedeutet: Slavik Kryklyvyy, im Vorjahr auf dem
Bronzerang, war nicht am Start. Seine Partnerin 2010 Anna Melnikova ist
jetzt nicht nur Ehefrau, sondern auch neue Tanzpartnerin von Justinas
Duknauskas, der mit seiner damaligen Partnerin Ekaterina Lapaeva 2010 auf
Platz 5 gekommen war. Für die neue Partnerschaft ergab sich, rechnerisch
irgendwie gerecht, Platz 4. Markus Homm und Ksenia Kasper haben
erwartungsgemäß und zuverlässig das Finale erreicht und kamen auf Platz 5.
In den ersten drei Tänzen war der Abstand zu den Litauern nur hauchdünn, die
beiden letzten Tänze brachten dann allerdings eine recht klare Entscheidung
zugunsten der Litauer. Der rechnerisch frei gewordene Platz 6 fiel dem
Vorjahressiebten Soldi/Nasato zu. Und so war praktisch wieder alles beim
Alten.
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Siegerehrung. Rechts neben dem Podest die Viert- bis
Sechsplatzierten. |

Auch dieses Mal ein hervorragender Turnierleiter:
Matthias Fronhoff. |
Schon ein Jahr nach der nahezu legendären Latein-Weltmeisterschaft 2010
schon wieder ein großes internationales Turnier an derselben Stelle. Viele
Faktoren haben damals zusammen gewirkt und eine Wettkampfatmophäre zustande
gebracht, wie man sie selten erlebt. Aber manches lässt sich nicht einfach
wiederholen: Franco Formica und Oxana Lebedew, umjubelte WM-Dritte des
letzten Jahres, tanzen nicht mehr zusammen, auch zu einem spannenden Finale
mit einem ebensolchen Kampf um Sieg und Titel konnte es nicht kommen. Und
dennoch: Matthias Fronhoff, Ausrichter und Turnierleiter in Personalunion,
hat es erneut verstanden, die mittlerweile vielleicht schon weltbekannt
Maritim-Turnieratmosphäre in den Saal zu zaubern.
Falko Ritter
Finale:
1. Michael Malitowski / Joanna Leunis (Großbritannien)
2. Sergey Surkov / Melia Surkov (Russland)
3. Andrej Skufca / Melinda Törökgyörgy (Slowenien)
4. Justinas Duknauskas / Anna Melnikova-Duknauskas (Litauen)
5. Markus Homm / Ksenia Kasper (Deutschland)
6. Emanuele Soldi / Elisa Nasato (Italien)
Wertungsrichter: François Visèle (Frankreich), Nicola Nordin (Grossbritannien),
Denise Abrate (Italien), Krzystof Wasilewski (Polen), Elena Khvorova
(Russland), Warren Brown jun. (Schottland), Barbara Ambroz (Slowenien),
Attila Làslo (Ungarn), Evelyn Hädrich-Hörmann (Deutschland)
Die kompletten Wertungen sind auf den WDC-Seiten veröffentlicht:
http://www.scrutelle.info/results/wdc/111119_ec_lat/index.htm
Eine rund 40minütige Aufzeichnung des Turniers kann auf den Seiten des World
Dance Council aufgerufen werden:
http://www.wdcdance.org
DTV-Verbandstrainer Laurens Mechelke hat auf den Seiten dancing24 einen
Bericht veröffentlicht:
http://www.dancing24.com/tanzsport/turnierberichte-2009/2011/turnierberichte-2011/2011/em-latein-professionals/
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