Nations Cup der Professionals am 16. Dezember 2006 in Bad Pyrmont

Pyrmonter Krone für Isabel Edvardsson

Die beiden Kürsiegerpaare aus Deutschland Marcus Weiß - Isabel Edvardsson Sergej Diemke - Katerina Timofeeva

Eine Tradition wurde wieder aufgenommen, und an eine Idee wurde angeknüpft: Das eine: In den 90er Jahren gab es, damals bei den Amateuren, einige Mal das Turnier um den „Nations Cup“. Es handelte sich um einen Länderkampf über Standard und Latein, jeweils im Einzeltanz und im Formationstanzen, die fünfte Disziplin war Rock'n'Roll. - Das andere: Beginnend im Jahr 1932 wurde in Bad Pyrmont einige Jahrzehnte lang um die "Pyrmonter Krone" getanzt, diese Tradition wurde – wie die vieler anderer Turnierreihen – eines Tages nicht fortgesetzt. 

An beides ließ das Turnier Erinnerungen wach werden, das am Vorabend des dritten Advent im Kursaal in Bad Pyrmont stattgefunden hat: In einem ersten Teil tanzten vier Ländermannschaften, jeweils ein Paar für Standard, eines für Latein, um den Nations Cup. Die Entscheidung lag, dem Reglement entsprechend, in den Händen von lizenzierten Wertungsrichtern. Absagen von Paaren hatten kurzfristige Umdispositionen nötig gemacht: Frankreich und Slowenien mussten zu einer "gemischten" Mannschaft zusammengefasst werden, Deutschland trat mit einer weiteren Mannschaft "Deutschland II" an.

Das führte letztlich zu folgender Startliste:

     Frankreich / Slowenien
     Standard: Paul Laroche / Ekaterina Marshukova

     Latein: Peter Majzelj / Maja Gersak

     Niederlande
     Standard: Dennis Kruse / Susanne de Kleijn
     Latein: Erik Kock / Mary Jane Beijer 

     Deutschland I
     Standard : Marcus Weiß / Isabel Edvardsson

     Latein: Sergej Diemke / Katerina Timofeeva

     Deutschland II      Standard: Mark Schulze-Altmann / Sandra Bähr      Latein: Martin Schurz / Sofia Bogdanova

Die Teams von Deutschland I und Deutschland II, hier bunt gemischt: hinten v.l.n.r.: Martin Schurz - Sandra Bähr Mark Schulze-Altmann -Sofia Bogdanova vorn v.l.n.r.: Marcus Weiß - Isabel Edvardsson Sergej Diemke - Katerina Timofeeva

Von diesen vier Mannschaften haben sich in einem Halbfinale Frankreich/Slowenien und Deutschland I für das Finale qualifiziert. Deutschland I konnte schließlich mit 146,5 : 143,4 Punkten im Finale den Sieg erringen. 

Die anschließende Kürrunde folgte einem anderen Modus: An ihr nahmen die vier Finalpaare des „offiziellen“ Nation Cup teil. Die Besonderheit dieser Runde bestand darin, dass das Ergebnis ausschließlich in den Händen des Fernsehpublikums lag, das per Televoting die Entscheidung herbeiführen konnte. Ganz vorn lagen nach Abschluss dieser telefonischen Abstimmung auch bei dieser  Kürrunde die beiden Paare des Teams Deutschland I. Marcus Weiß und Isabel Edvardsson hatten mit ihrer James-Bond-Kür 62% der Anrufer begeistert, den zweiten Platz haben  Sergej Diemke und Katerina Timofeeva mit ihrer Kür „Yes, Sir“ belegt. Bei der Kürrunde ging es um die Krone von Pyrmont, mit der bei der Siegerehrung folglich Isabel Edvardsson geschmückt wurde.

Ergebnisse der guten Jugendarbeit im Deutschen Tanzsport wurde in einer Einlage von Constantin Henkel / Sofia Gorbatchev (Rot-Weiß-Club Kassel) und Daniel Buschmann / Angelina Jenna (TSA im Osnabrücker SC 1849) demonstriert. Zugleich war dies ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen DTV und DPV. 

Das Ereignis wurde, dies ist eine Besonderheit, live vom NDR übertragen. Als Co-Kommentator fungierte Roberto Albanese. Sowohl beim Publikum als auch bei den Medien scheinen Programmgestaltungen, bei denen einerseits die Zahl der teilnehmenden Paare überschaubar bleibt, andererseits ein guter Querschnitt des Tanzsports zu sehen ist (hier: Standard, Latein, Kür), gut anzukommen. 

Falko Ritter