GOC: DPV Paare - erfolgreich

Über die Turniere der Professionals im Rahmen der German Open Championships 2007 wurde bereits kurz berichtet, hier noch einmal ein zusammenfassender Rückblick.

Insgesamt: Das Leistungsniveau bei den GOC (Amateure und Professionals) hat sich weiter verbessert. Schon in den Vorrunden war weniger Erfreuliches seltener als in früheren Jahren, an den Endrundenleistungen konnte man sich fast immer begeistern.

Vizepräsident Rudolf Trautz stellt zwar fest: „Bei zu vielen Paaren sind musikalische Schwächen festzustellen. Musikalität wird oft dem Streben nach Tempo und Raumgewinn geopfert. Das dürfte dann nicht gut bewertet werden. Oft werden offenbar schon im Training elementare Grundsätze des Tanzens nicht genügend beachtet. Das wird von Trainern oft damit begründet, die Paare wollten auch Erfolge haben, sie seien also gezwungen, das zu tanzen, was nach den bisherigen Erfahrungen gut bewertet werde. Das ist dann nicht immer das, was den erwähnten Grundsätzen entspricht.“ Dennoch kommt er zu dem Fazit: „Erfreulicherweise ist festzustellen, dass letztlich die 'Künstler' gewinnen. Ein gutes Beispiel sind die beiden ersten Paare des Grand Slam Turniers der Amateure.“

Für die Professionals haben vier Turniere stattgefunden, zwei der World Series und zwei für Rising Stars, jeweils in Standard und Latein. In den Standardtänzen siegten erwartungsgemäß die Weltmeister Gozzoli / Betti, allerdings mussten sie insgesamt zehn Einsen an die beiden Verfolgerpaare abgeben, also teils an Wilkins / Demidova, die zuletzt 2002 und 2005 bei den GOC getanzt haben und vor allem Freunden eines sehr traditionellen Standardtanzens gefallen, teils an Soale / Cerasoli, die als Profis erstmals bei den GOC am Start waren. Von ihrem seit Jahren bekannten Quickstep-Programm wollen sie sich auch bei den Profis nicht trennen. Auch auf die Unterhaltungsnummer, mit der - schon zu wiederholten Malen - die beiden italienischen Paare einander zum Scherz umrunden, stören, verfolgen, könnte man gut verzichten. Tanzsport muss nicht mit Bierernst betrieben werden, aber eine gewisse Seriosität wäre in einem internationalen hochkarätigen Wettkampf schon am Platze. (Das Publikum in der Halle indessen ist begeistert und tobt. Merkwürdig.)

Gespannt war man darauf, wo sich die mehrfachen Deutschen Amateurmeister und Vizeweltmeister 2005 und 2006 Sascha und Natascha Karabey in der Ergebnisliste einreihen würden. Sie hatten im Mai nach ihrem Wechsel zu den Profis mit ihrem Sieg bei den Rising Stars in Blackpool ein sehr gutes Debut. Sowohl ihr Platz zwischen den Vize-Europameistern Bonsignori / Baldasseroni und den Vorjahresfinalisten Kazmirchuk / Spesivtseva als auch insbesondere ihre an diesem Abend gezeigten Leistungen beweisen, dass sie schon jetzt international an der Weltspitze etabliert sind. Sascha und Natascha traten bei den GOC noch auf andere Weise in Erscheinung: Für ihre Verdienste für den Deutschen Tanzsportverband während ihrer Amateurzeit wurden sie vom Präsidenten des DTV Franz Allert mit der höchsten sportlichen Auszeichnung des Deutschen Tanzsportverbandes, der Sportplakette, ausgezeichnet. Sascha und Natascha bedankten sich mit einem Langsamen Walzer zum Titel "Ne me quitte pas", den sie "ihrem" Bundestrainer Oliver Wessel-Therhorn widmeten.

Die nächstplatzierten Deutschen, die 10-Tänze-Weltmeister Sergej Diemke / Katerina Timofeeva, haben mit dem 13. Platz das Semifinale knapp verfehlt.

Bei den Rising Stars Standard (31 Paare) gaben die DPV-Neuprofis Oliver Thalheim / Tina Spiesbach ein sehr gutes Bild ab und belegten im Finale Platz 5. Dass ein Wertungsrichter sie mit 1 durchgewertet hat, konnte am Resultat nichts ändern, ist aber sicher erwähnenswert.

Am Donnerstag bei den Rising Stars Latein hielt sich im deutschen Lager die Begeisterung zwangsläufig in Grenzen. Für Wladislaw Lalafarjan und Vanessa Held, die erst seit kurzem miteinander tanzen, war das der erste Start bei den Profis. Sie kamen eine Runde weiter, ihnen fehlten zudem nur drei Kreuze für den Einzug ins Semifinale. Die gerade erst begonnene gemeinsame Trainingsarbeit wird sicher bald zu besseren Ergebnissen führen. Die deutsche Bilanz bei den Rising Stars Turnieren könnte freilich günstiger sein, wenn es unter den Paaren eine größere Bereitschaft gäbe, auch an diesen Turnieren teilzunehmen. Aus anderen Nationen gab es in den Rising Stars Turnieren eine Reihe von Paaren, die im World Series Turnier aufgrund ihrer Leistung sogar bis ins Semifinale kamen. Ein Start bei den Rising Stars ist also auch bei guten Paaren nicht rufschädigend. Aber das muss letztlich jedes Paar selbst entscheiden.

GOC:  DPV Paare - erfolgreich


Über die Turniere der Professionals im Rahmen der German Open Championships 2007 wurde bereits kurz berichtet, hier noch einmal ein zusammenfassender Rückblick.

Insgesamt: Das Leistungsniveau bei den GOC (Amateure und Professionals) hat sich weiter verbessert. Schon in den Vorrunden war weniger Erfreuliches seltener als in früheren Jahren, an den Endrundenleistungen konnte man sich fast immer begeistern.

Vizepräsident Rudolf Trautz stellt zwar fest: „Bei zu vielen Paaren sind musikalische Schwächen festzustellen. Musikalität wird oft dem Streben nach Tempo und Raumgewinn geopfert. Das dürfte dann nicht gut bewertet werden. Oft werden offenbar schon im Training elementare Grundsätze des Tanzens nicht genügend beachtet. Das wird von Trainern oft damit begründet, die Paare wollten auch Erfolge haben, sie seien also gezwungen, das zu tanzen, was nach den bisherigen Erfahrungen gut bewertet werde. Das ist dann nicht immer das, was den erwähnten Grundsätzen entspricht.“ Dennoch kommt er zu dem Fazit: „Erfreulicherweise ist festzustellen, dass letztlich die 'Künstler' gewinnen. Ein gutes Beispiel sind die beiden ersten Paare des Grand Slam Turniers der Amateure.“

Für die Professionals haben vier Turniere stattgefunden, zwei der World Series und zwei für Rising Stars, jeweils in Standard und Latein. In den Standardtänzen siegten erwartungsgemäß die Weltmeister Gozzoli / Betti, allerdings mussten sie insgesamt zehn Einsen an die beiden Verfolgerpaare abgeben, also teils an Wilkins / Demidova, die zuletzt 2002 und 2005 bei den GOC getanzt haben und vor allem Freunden eines sehr traditionellen Standardtanzens gefallen, teils an Soale / Cerasoli, die als Profis erstmals bei den GOC am Start waren. Von ihrem seit Jahren bekannten Quickstep-Programm wollen sie sich auch bei den Profis nicht trennen. Auch auf die Unterhaltungsnummer, mit der - schon zu wiederholten Malen - die beiden italienischen Paare einander zum Scherz umrunden, stören, verfolgen, könnte man gut verzichten. Tanzsport muss nicht mit Bierernst betrieben werden, aber eine gewisse Seriosität wäre in einem internationalen hochkarätigen Wettkampf schon am Platze. (Das Publikum in der Halle indessen ist begeistert und tobt. Merkwürdig.)

Gespannt war man darauf, wo sich die mehrfachen Deutschen Amateurmeister und Vizeweltmeister 2005 und 2006 Sascha und Natascha Karabey in der Ergebnisliste einreihen würden. Sie hatten im Mai nach ihrem Wechsel zu den Profis mit ihrem Sieg bei den Rising Stars in Blackpool ein sehr gutes Debut. Sowohl ihr Platz zwischen den Vize-Europameistern Bonsignori / Baldasseroni und den Vorjahresfinalisten Kazmirchuk / Spesivtseva als auch insbesondere ihre an diesem Abend gezeigten Leistungen beweisen, dass sie schon jetzt international an der Weltspitze etabliert sind. Sascha und Natascha traten bei den GOC noch auf andere Weise in Erscheinung: Für ihre Verdienste für den Deutschen Tanzsportverband während ihrer Amateurzeit wurden sie vom Präsidenten des DTV Franz Allert mit der höchsten sportlichen Auszeichnung des Deutschen Tanzsportverbandes, der Sportplakette, ausgezeichnet. Sascha und Natascha bedankten sich mit einem Langsamen Walzer zum Titel "Ne me quitte pas", den sie "ihrem" Bundestrainer Oliver Wessel-Therhorn widmeten.

Die nächstplatzierten Deutschen, die 10-Tänze-Weltmeister Sergej Diemke / Katerina Timofeeva, haben mit dem 13. Platz das Semifinale knapp verfehlt.

Bei den Rising Stars Standard (31 Paare) gaben die DPV-Neuprofis Oliver Thalheim / Tina Spiesbach ein sehr gutes Bild ab und belegten im Finale Platz 5. Dass ein Wertungsrichter sie mit 1 durchgewertet hat, konnte am Resultat nichts ändern, ist aber sicher erwähnenswert.

Am Donnerstag bei den Rising Stars Latein hielt sich im deutschen Lager die Begeisterung zwangsläufig in Grenzen. Für Wladislaw Lalafarjan und Vanessa Held, die erst seit kurzem miteinander tanzen, war das der erste Start bei den Profis. Sie kamen eine Runde weiter, ihnen fehlten zudem nur drei Kreuze für den Einzug ins Semifinale. Die gerade erst begonnene gemeinsame Trainingsarbeit wird sicher bald zu besseren Ergebnissen führen. Die deutsche Bilanz bei den Rising Stars Turnieren könnte freilich günstiger sein, wenn es unter den Paaren eine größere Bereitschaft gäbe, auch an diesen Turnieren teilzunehmen. Aus anderen Nationen gab es in den Rising Stars Turnieren eine Reihe von Paaren, die im World Series Turnier aufgrund ihrer Leistung sogar bis ins Semifinale kamen. Ein Start bei den Rising Stars ist also auch bei guten Paaren nicht rufschädigend. Aber das muss letztlich jedes Paar selbst entscheiden.

Einen glanzvollen Abschluss gab es für den deutschen Profitanzsport beim Lateinturnier der World Series. 54 Paare waren angetreten, davon kamen zehn aus Deutschland. Diese Zahl machte es erforderlich, dass fünf Runden getanzt wurden. Sechs Paare erreichten die 24er Runde, bis ins Semifinale tanzten sich Sergej Diemke und Katerina Timofeeva, Stefan Erdmann und Sarah Latton waren nach einigen ungünstigen Ergebnissen in den letzten Monaten wieder voll präsent. Für das Semifinale fehlten ihnen nur nur wenige Kreuze.

Mit Spannung sah man der Endrunde entgegen, für die sich erwartungsgemäß Franco Formica mit Oxana Lebedew und Evgenij Voznyuk mit Oksana Nikiforova qualifiziert hatten. Das Medieninteresse im Vorfeld war beachtlich. Presse und Fernsehen waren von der Situation begeistert: Man hatte einen attraktiven „Aufhänger“, den es nicht alle Tage gibt: „Ehemaliges dreifaches Weltmeisterpaar hat sich getrennt, beide treten mit jeweils neuen Partnern in Stuttgart gegeneinander an.“ Interviewtermine waren gefragt und mussten koordiniert werden, mit Franco, der mit Oxana noch im Zug saß, wurde per Handy telefoniert.

Den beiden Paaren wurden im Vorfeld sehr gute Chancen eingeräumt, manchmal wurde sogar von der Möglichkeit eines deutschen Doppelsieges gesprochen. Die Optimisten sollten recht behalten: Franco Formica und Oxana Lebedev siegten klar mit 53 von 55 Einsen. Ihr erstes gemeinsames Turnier war im Mai die Deutsche Meisterschaft, in Blackpool kamen sie zwei Monate später auf Platz 8, das berechtigt für die nächste Zeit zu den schönsten Hoffnungen. Ähnliches gilt für das zweite deutsche Paar, Evgenij Voznyk und Oksana Nikiforova. Sie haben in Blackpool bei den Rising Stars den zweiten Platz belegt und lagen im Hauptturnier insgesamt nur wenig hinter Franco und Oxana. Oft hat man sich gefragt, wie es an der Spitze weitergehen soll, wenn Bryan Watson und Carmen Vincelij einmal nicht mehr tanzen würden. Siehe da: Wir hatten bei den GOC wieder ein Paar ganz oben auf dem Treppchen, und ein zweites gleich daneben auf Platz 2.

Wer nicht in Blackpool war, hat die beiden Paare zum ersten Mal nebeneinander gesehen. Abgesehen von ihrem hohen Leistungsstand: Es ist schön zu sehen, dass beide Paare, für die es ja in beiden Fällen recht neue Partnerschaften sind, bereits ihren persönlichen „unverwechselbaren“ Stil entwickelt haben.

Die Weltmeisterschaft 2010 wird in Deutschland stattfinden. Die Zeichen für gute deutsche Ergebnisse stehen günstig.

Zufrieden sein kann man auch mit den Teilnehmerzahlen bei diesen GOC: 2004 und 2005 waren bei den Professionals die Teilnehmerzahlen stark zurückgegangen. Diese Flaute ist seit dem letzten Jahr überwunden. Dieses Jahr waren in Standard 47 Paare und in Latein 54 Paare am Start, das sind ähnliche Zahlen wir vor 2005. Einerseits ist das erfreulich, andererseits muss man aber auch sehen: Die GOC stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Vizepräsident Rudolf Trautz: „Das Programm der GOC kann wohl nicht mehr erweitert werden. Zusätzliche Veranstaltungstage kommen wohl nicht in Betracht, die Belastbarkeit der Wertungsrichter hat ihre Grenzen. Schließlich muss man auch an sportliche Belange wie die Wartezeiten der Paare zwischen ihren Runden denken. Professor Luger, der für die zeitliche Detailplanung verantwortlich ist, hat seit Jahren Hervorragendes geleistet. Aber noch mehr geht wohl nicht.“

Die Turniere, vor allem die der World Series konnten sich eines bemerkenswert starken Publikumsinteresses erfreuen: Selbst Stehplätze waren rar, Standing Ovations in Standard und Latein, das war im nicht immer so. Hohes Qualitätsniveau wird vom GOC-Publikum honoriert. Der DPV kann mit seinem Beitrag zu den GOC 2007 sehr zufrieden sein.

Falko Ritter Copyright © für alle Fotos: Volker Hey, www.sports-picture.net