Deutsche Kürmeisterschaft Standard und Latein am 20. Oktober 2007 in Troisdorf

Kürmeisterschaften sind eine attraktive Sache, so auch dieses Mal. An schon traditionsreicher Stätte, dem Bürgerhaus in Troisdorf, wurden von der Tanzschule Breuer und deren örtlichem Repräsentanten Matthias Fronhoff die Deutschen Kürmeisterschaften in den Standard- und den lateinamerikanischen Tänzen ausgerichtet.

Rahmen war ein Jubiläumsball der Tanzschulen Breuer: 1987 hat Karl Breuer in Troisdorf eine ADTV Tanzschule übernommen, 1993 kam in Hennef eine Filiale dazu. „20 Jahre ADTV TanzBreuer in Troisdorf“, das war Anlass zum Feiern. Der Saal war noch festlicher geschmückt als man es in Troisdorf ohnehin gewohnt ist, die hervorragende Medium Big Band trug das ihre zum Gelingen des Abends bei.

Allerdings haben die Grippeviren auch vor dem Tanzsport nicht haltgemacht, die Startfelder waren ein wenig geschrumpft, was ihrer Qualität jedoch keinen Abbruch tat. In beiden Sparten konnten sich die Titelträger des Vorjahres wieder an die Spitze des Feldes setzen: Markus Weiß und Isabel Edvardsson mit „Zorro“, Stefan Erdmann und Sarah Latton mit „Fever“. Vizemeister wurden in beiden Sparten Sergej Diemke und Katerina Timofeeva. Das Jahr 2007 läuft gut für die beiden: Im Mai wurden sie in Gera Weltmeister über 10 Tänze, hier in Troisdorf konnten sie das Vorjahresergebnis um jeweils einen Platz verbessern.  (Foto: Siegerehrung Standard von CMS-Media)

In den Standardtänzen zeigte sich das Wertungsbild im Wesentlichen sehr ausgeglichen. Über die Plätze 1, 2 und 5 waren sich die Wertungsrichter fast völlig einig, rechnen musste man nur für die Plätze 3 und 4, diesen Zweikampf konnten Boris Rohne und Madeleine Epler für sich entscheiden.

Bei weitem nicht so einheitlich sah es im Lateinturnier aus. Hier lohnt es sich, die Tabelle der von den einzelnen Wertungsrichtern vergebenen Plätze abzudrucken.

Schurz 1 1 4 3 3 4 2
Rohne 5 6 2 4 5 3 5
Erdmann           2 2 1 1 1 2 1
Grabon 6 3 5 5 4 6 4
Diemke 3 5 3 2 2 1 3
Slemties 4 4 6 6 6 5 6

Vier erste und drei zweite Plätze, das war, weil sich die übrigen ersten Plätze auf zwei Paare verteilt haben, eine klare Entscheidung für Stefan Erdmann und Sarah Latton. Zwei der verbliebenen ersten Plätze gingen an Schurz/Bogdanova, eine an Diemke/Timofeeva; letztere mussten – im Gegensatz zu ihren Konkurrenten um Platz zwei – einen fünften Platz hinnehmen, hier ging es also extrem eng zu. Aber das Majoritätssystem kommt nur ganz selten zu Platzgleichheiten. Ein Quentchen mehr Glück der Berliner neigte die Waage zu ihren Gunsten. Boris Rohne und Madeleine Epler waren letztes Jahr Vizemeister. Ein zweiter und ein dritter Platz zeigen, dass sie nach wie vor vorn mitzuspielen in der Lage sind. (Foto: Siegerehrung Latein von CMS-Media)

Es gibt in der Kür eine A- und eine B-Note. Bei insgesamt 42 Bewertungen (sieben Wertungsrichter x sechs Paare) differiert die Wertung nur in vier Fällen um mehr als ein Zehntel. A- und B-Note beziehen sich aber auf ganz verschiedene Fähigkeiten und Qualitäten. Vielleicht sollte von der Möglichkeit einer deutlicheren Differenzierung häufiger Gebrauch gemacht werden. Das wäre auch im Sinne der Paare. Sie erwarten von den Wertungen, die sie bekommen, ja auch Hinweise für ihre weitere Trainingsarbeit. Auch über eine bestimmte WDC-Kürregel kam man ins Nachdenken: „Die Wahl der Kleidung darf zum Thema der Kür passend gewählt werden, muss aber im Standard- bzw. Lateinstil sein.“ Vor allem Letzteres war nicht in jedem Fall zu erkennen. Man kann das natürlich großzügig auslegen, aber die Paare sollten wissen: Ob diese Großzügigkeit bei anderen – auch internationalen – Turnieren stets in gleichem Maße an den Tag gelegt wird, ist nicht garantiert. Falko Ritter  

Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von : www.cms-media.de

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