7. Dresdner Welttanzgala vom 27.10.2007

Das letzte diesjährige Ranglistenturnier des DPV in den lateinamerikanischen Tänzen wurde von Tassilo und Sabine Lax im Internationalen Kongresscenter Dresden ausgerichtet. Es war Teil der 7. Dresdner Welttanzgala, einer Veranstaltung, die seit Jahren einen der Höhepunkte des gesellschaftlichen Lebens Dresdens darstellt. Das dem Maritim Hotel angegliederte Kongresscenter ist für ein solches Ereignis hervorragend geeignet, zudem hatten die Ausrichter für einen prächtigen Blumenschmuck gesorgt, der zusammen mit dem Licht der Kerzen auf den Tischen dem hochkarätigen Ereignis einen wunderschönen Rahmen bot. Wie schön doch Tanzsport sein kann!

Acht Paare bildeten das Starterfeld, bedauerlicherweise mussten Evgenij Voznyuk / Oksana Nikiforova und Sergej Diemke / Katerina Timofeeva absagen. Bei fünf Paaren war sich das Wertungsgericht über den Einzug ins Finale fast ganz einig, für das sechste Paar war ein einziger Punkt ausschlaggebend, um den im Semifinale Robert Janssen und Sandra Hartl vor Ronny Möbus und Kathleen Urbanski (vor der Heirat: Hfalek) lagen. Sie kamen in allen Tänzen auf den sechsten Platz, konnten allerdings in der Kür mit ihrem „Schuh des Manitou“ Rudi Grabon und Irene Moser („Red pack“) hinter sich lassen. Rudi und Irene tanzen noch nicht lange zusammen und mussten zudem kürzlich krankheitsbedingt pausieren, dürften aber auf einem guten Weg sein, das Ergebnis des Semifinales zeigt es. Drei weitere Finalisten kämpften um die Plätze zwei bis vier. Boris Rohne und Madeleine Epler hatten im Semifinale zu der mit 50 Punkten bewerteten Dreiergruppe gehört, konnten aber letztlich nur mit Platz vier abschließen. Ihre Josephine-Baker-Kür kommt zu Recht immer gut an. Über ihre Wahl zum Publikumsliebling haben sie sich sicher gefreut.

Hartnäckig umkämpft war der zweite Platz. Gleichstand nach zwei Tänzen, in der Samba dann eine hauchdünne Drei-zu-zwei-Entscheidung zugunsten von Martin Schurz und Sofia Bogdanova, da war für Stefan Erdmann und Sarah Latton rechnerisch noch alles drin. Vielleicht ließen sie sich von dem Zwischenstand ein wenig entmutigen, wie auch immer: Auch die beiden letzten Tänze gingen an Martin und Sofia. Aber das kennen wir ja im vorderen Mittelfeld unserer Lateintänzer: Fast jedes Paar hat fast jedes Paar schon einmal geschlagen. Dass eine Woche zuvor bei der Deutschen Kürmeisterschaft in Troisdorf die Ergebnisse ebenfalls rechnerisch knapp zustande kamen, darüber wurde schon berichtet. Das zeigte sich auch hier in Dresden: Auch in der Kür konnten sich Martin und Sofia („Diamands“) mit drei zweiten Plätzen auf Rang zwei und damit vor die Deutschen Kürmeister („Fever“) setzen.

Franco Formica und Oxana Lebedew waren als klare Favoriten ins Rennen gegangen. Dass das keine „Vorschusslorbeeren“ waren, zeigt das Ergebnis: An sie gingen in den fünf Tänzen alle Einsen, in der Kür („Five o’clock“) waren es neunmal 6,0, einmal 5,9. Vielleicht werden die beiden bald auch international solche Wertungen sehen. In dem halben Jahr seit ihrem ersten Start bei den Profis haben sie mit Erfolg an „partnering“ gearbeitet. Oxana versteht sich nicht als Francos unerlässliches Tanzsportrequisit, sondern hat offenbar die Absicht, ihre Rolle sehr aktiv und selbstbewusst wahrzunehmen.

Außer diesem attraktiven Tanzturnier gab es weitere highlights, u.a. die Standardformation des Braunschweiger Tanzsportclubs mit ihrer neuen Choreographie „music cultures“. Tassilo Lax bewies mit einem Stil, der dem Rang und dem Niveau des Ereignisses adäquat war, hohe Qualitäten als Turnierleiter. Vor diesem Hintergrund ist es sicher eine gute Entscheidung, die Deutsche Kürmeisterschaft 2008 wieder nach Dresden zu vergeben.

Falko Ritter