Bericht über die Europameisterschaft der Standard-Kür am 8. Dezember 2007 in Balingen

Strahlende Gesichter bei der der Siegerehrung.

Von den sieben Wertungsrichtern waren insgesamt 42 Kreuze zu verteilen. Das Semifinale ergab ein recht klares Bild: Drei Paare mit sechs oder sieben Kreuzen an der Spitze, gefolgt von einem Mittelfeld von sechs Paaren, drei Paare hatten vier, die anderen drei hatten drei Kreuze. Nach dem Reglement blieb also keine andere Wahl als eine sechspaarige Endrunde, also mit den Paaren mit vier bis sieben Kreuzen. Unserem zweiten deutschen Paar, Boris Rohne und Madeleine Epler, hat also nur ein einziger Zähler für die Teilnahme an einem dann siebenpaarigen Finale gefehlt. Das darf man in diesem Fall nicht als einfach hinzunehmendes Schicksal abtun: Boris und Madeleine hatten nämlich das Pech, dass im Semifinale nach etwa der Hälfte ihrer Kür die Musik ausgesetzt hat. Boris und Madeleine wahrten die Formen und behielten die Ruhe, so kennt man sie und so schätzt man sie. Natürlich konnten sie ein zweites Mal antreten, und zwar ganz zum Ende des Semifinales. Aber eine besondere nervliche Belastung hat das Ganze doch bedeutet, vielleicht hat dieser Zwischenfall letztlich das fehlende Kreuz gekostet.

Als Siegertanz hatten Marcus und Isabel den Slowfox gewählt.

Die Finalwertungen wiesen eine erhebliche Bandbreite auf: Zweimal reichten die Wertungen von 1 bis 6, dreimal von 2 bis 6 oder 1 bis 5, nur Markus Weiss und Isabel Edvardsson hatten keine schlechtere Wertung als 3 und eine Majorität bereits bei „1 bis 2“. Sie waren bei der Europameisterschaft 2006 Vizemeister und hatten sich zu Recht auch dieses Mal auf einen Platz weit vorne eingerichtet. Aber da bekanntlich mit des Geschickes Mächten kein ew'ger Bund zu flechten ist, war die Freude über Sieg und Titelgewinn bei den beiden verständlicherweise riesig.

Lob und Schulterklopfen für Horst Walter.

Mit Majoritäten auf „1 bis 3“ schlossen sich Ruslan und Olena Golovaschenko (Ukraine) (mit „Fire“) und Anthony van Egmond / Moniek Nieuwenburg (Niederlande, mit „Dean Martin“) an. Die vorgeschriebene Addition der die Majorität bildenden Wertungen führte zu einem hauchdünnen 8-zu-9-Vorsprung zugunsten der Ukrainer. Auch für die Vergabe der Plätze 4 bis 6 musste auf die Addition der die Majorität („1 bis 4“) bildenden Wertungen zurückgegriffen werden. Wenn man vom Siegerpaar absieht, waren die Entscheidungen für die Finalplätze also durchweg sehr knapp.
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Marcus und Isabel verkünden Ihren Rücktritt.

Sicher hatten Marcus und Isabel schon im Vorfeld über die Möglichkeit des Titelgewinns nachgedacht: Für das Publikum war ihre Entscheidung, die sie unmittelbar nach der Siegerehrung verkündeten, überraschend und betrüblich zugleich: Sie haben sich entschieden, mit diesem großen Erfolg ihre aktive Zeit zu beenden. Vier Jahre haben sie zusammen getanzt. Marcus war schon zuvor mit Anja Schramm im Amateurlager sehr erfolgreich. Nach seiner Trennung von Anja ergab es sich 2003, dass auch die junge Schwedin Isabel Edvardsson auf der Suche nach einem neuen Partner war. In Leipzig wurde am Rande der Saxonian Dance Days der erste Kontakt hergestellt, eine gemeinsame ebenfalls erfolgreiche Zeit begann. Deutsche Meisterschaft Standard 2006, Deutsche Meisterschaft Kür Standard 2005 bis 2007, Vizeeuropameister Kür Standard 2006 und nun in Balingen Europameister Kür Standard, das sind die Highlights ihrer vier gemeinsamen aktiven Jahre. Sie werden aber dem Tanzsport als Trainer erhalten bleiben.

Die 4 Fotos im Text verdanken wir dem Balinger Fotojournalisten Bernd Ullrich

Falko Ritter

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