German Masters und DM 10 Tänze in Bochum

Bevor bis zum Herbst eine längere Pause eintritt standen am 14. April mit den „German Masters“ noch einmal zwei Turniere der PRO TOUR Serie auf dem Programm. Im RuhrCongress in Bochum trafen sich die Lateiner zu ihrem dritten von fünf Ranglistenturnieren des Jahres 2007, die Standardpaare zum zweiten von vier. Aus diesen beiden Turnieren wurde auch das Ergebnis der „Deutschen Meisterschaft 10 Tänze“ errechnet. Es sind dies wie im letzten Jahr:

1. Sergey Diemke / Katerina Timofeeva, Berlin
2. Boris Rohne / Madeleine Epler, Leipzig
3. Boris Baßler / Daniela Heinzmann, Heppenheim

Leider stand dieses Turnier, das ja eine „richtige“ Deutsche Meisterschaft darstellt, wie auch schon vor einem Jahr etwas im Schatten der beiden Einzelwettbewerbe. Aber das Patentrezept, wie man das ändern könnte, ist noch nicht gefunden: Wir müssen und wollen an dieser Disziplin festhalten, weil es auf diesem Sektor ja auch internationale Meisterschaften gibt, andererseits wäre eine Turnierveranstaltung mit nur drei Paaren keine gute Lösung. Bleibt nur die Hoffnung, dass die Zahl wieder einmal größer sein wird.

Für den Abend war eine Livesendung des Westdeutschen Rundfunks geplant. Deshalb und wegen eines höchst unterschiedlichen Meldeergebnisses (letztlich waren in Standard nur sechs Paare angetreten, in Latein immerhin dreizehn) wurde das Standardturnier einschließlich der Kür bereits am Nachmittag komplett durchgeführt, während der Abend den Lateinern und einigen Showblöcken vorbehalten war.

Bei kleinen Feldern wie dem des Standardturniers sind Ergebnisse natürlich nicht besonders aussagekräftig. Das gilt sowohl für dieses Ranglistenturnier als auch für das erste in Rust, an dem nur vier Paare teilgenommen hatten. Gleichwohl zeichnet sich ab, dass Oliver Thalheim und Tina Spiesbach, erst vor kurzem zu den Professionals gewechselt, sich im vorderen Bereich des Feldes zu etablieren gedenken: Durchweg zweite Plätze sind eine klare Sache, im Quickstep war sogar eine Eins dabei. Enger ging es zwischen den beiden Verfolgern beim Kampf um die Plätze drei und vier zu: Tango und Quick gingen an Diemke / Timofeeva, die anderen Tänze und die Kür an Schmidt / Jonas. Der Sieg der Deutschen Meister stand nicht in Frage, sie haben alle Tänze und die Kür klar gewonnen.

Analysiert man die drei ersten Latein-Ranglistenturniere dieses Jahres genauer, dann sieht man, dass die Reihenfolge der Paare in den Ergebnislisten derzeit ziemlich stabil ist. Unterschiede bei den erreichten Plätzen ergeben sich manchmal vor allem daraus, wer von den Gegnern des letzten Turniers wieder da ist und wer nicht. Deshalb kommt es beim Turnier, das ja nicht nur der Erbauung des tanzsportinteressierten Publikums dienen, sondern dessen Ergebnis auch dem Sportler Auskunft über seine Situation und seinen Leistungsstand geben soll, zwar auch auf den erreichten Platz, letztlich vor allem aber darauf an, welche Gegner man hinter sich bringen konnte.

So gesehen hat sich in den drei Turnieren sowohl an der Spitze wie auch im Mittelfeld wenig verschoben. Mit einer Ausnahme: Martin Schurz und Sofia Bogdanova haben ihre in Limbach und Bochum erzielten guten Ergebnisse, bei denen sie erfahrene und erfolgreiche Paare hinter sich bringen konnten, nicht den Zufälligkeiten der Turnierarithmetik zu verdanken, diese Ergebnisse beruhen auf klaren Entscheidungen mit ebenso klaren Platzziffern. Bei den Konkurrenten andererseits muss die rechnerische „Verschlechterung“ des erreichten Platzes durchaus nicht auch eine Verschlechterung der Leistung bedeuten.

Die Reihenfolge an der Spitze blieb unverändert: Nach Böblingen und Limbach war auch die Entscheidung für die Medaillenplätze ausweislich der Platzziffern, aber auch in den Einzelwertungen fast einmütig: Die Einsen gingen wiederum ausnahmslos an Watson, Formica musste nur vier Zweien abgeben, Homm nur in der Kür eine Drei.
Das Fernsehen hat seine Berichterstattung etwas auf die drei vorderen Paare fokussiert. Das hat zu gewissen Irritationen geführt: Bei ihren Dankesworten an die Ausrichter während des „Paaredinners“ hat Carmen angemerkt, neben den immer wieder genannten drei Paaren an der Spitze hätten auch vier weitere sehr gute Paare im Finale getanzt. Das ist gewiss richtig. Es entspricht aber nun einmal den Gepflogenheiten der Medien auch in anderen Sportarten, die Berichterstattung an den Namen der Sportler zu orientieren, die aktuell ganz vorn zu finden sind. Der Medienwissenschaftler Thomas Schierl (Leiter des Instituts für Sportpublizistik an der Deutschen Sporthochschule in Köln) hat kürzlich erneut darauf hingewiesen: Der Zuschauer sucht – vor allem beim Profisport – Identifikation. „Es macht keinen Spaß, Formel 1 zu gucken, wenn man keinen Fahrer kennt.“ Ganz sicher sollte durch die Kommentierung und die Moderation nichts als für längere Zeit feststehend und zementiert hingestellt werden.

Dem Westdeutschen Rundfunk gilt der Dank des Verbandes für die sorgfältige Gestaltung der Liveübertragung. Mit Peter Grube als Kommentator und Ines Riedel als Moderatorin im Saal, die von Joachim Llambi unterstützt wurde, waren Experten am Werk, die nicht nur viel Fachkunde mitbringen, sondern dem Tanzsport auch mit sehr positivem Interesse gegenüberstehen. das tut einer solchen Sendung gut. Die sichere Organisation durch Christian Komorowski und seine Mannen vor Ort, die treffsichere Auswahl des Rahmenprogramms (u.a. Formationen, A capella-Gesang) und die angenehme Turnierleitung durch Heiko Feltens taten ein Übriges. Die hervorragende Sendezeit – 20.15 bis 21.45 Uhr am Samstag, das ist sozusagen das Filetstück – wurde auf diese Weise für den Tanzsport bestens genutzt.

Falko Ritter

German Masters und DM 10 Tänze in Bochum


Bevor bis zum Herbst eine längere Pause eintritt standen am 14. April mit den „German Masters“ noch einmal zwei Turniere der PRO TOUR Serie auf dem Programm. Im RuhrCongress in Bochum trafen sich die Lateiner zu ihrem dritten von fünf Ranglistenturnieren des Jahres 2007, die Standardpaare zum zweiten von vier.

Aus diesen beiden Turnieren wurde auch das Ergebnis der „Deutschen Meisterschaft 10 Tänze“ errechnet. Es sind dies wie im letzten Jahr:

1. Sergey Diemke / Katerina Timofeeva, Berlin
2. Boris Rohne / Madeleine Epler, Leipzig
3. Boris Baßler / Daniela Heinzmann, Heppenheim

Leider stand dieses Turnier, das ja eine „richtige“ Deutsche Meisterschaft darstellt, wie auch schon vor einem Jahr etwas im Schatten der beiden Einzelwettbewerbe. Aber das Patentrezept, wie man das ändern könnte, ist noch nicht gefunden: Wir müssen und wollen an dieser Disziplin festhalten, weil es auf diesem Sektor ja auch internationale Meisterschaften gibt, andererseits wäre eine Turnierveranstaltung mit nur drei Paaren keine gute Lösung. Bleibt nur die Hoffnung, dass die Zahl wieder einmal größer sein wird.

Für den Abend war eine Livesendung des Westdeutschen Rundfunks geplant. Deshalb und wegen eines höchst unterschiedlichen Meldeergebnisses (letztlich waren in Standard nur sechs Paare angetreten, in Latein immerhin dreizehn) wurde das Standardturnier einschließlich der Kür bereits am Nachmittag komplett durchgeführt, während der Abend den Lateinern und einigen Showblöcken vorbehalten war.

Bei kleinen Feldern wie dem des Standardturniers sind Ergebnisse natürlich nicht besonders aussagekräftig. Das gilt sowohl für dieses Ranglistenturnier als auch für das erste in Rust, an dem nur vier Paare teilgenommen hatten. Gleichwohl zeichnet sich ab, dass Oliver Thalheim und Tina Spiesbach, erst vor kurzem zu den Professionals gewechselt, sich im vorderen Bereich des Feldes zu etablieren gedenken: Durchweg zweite Plätze sind eine klare Sache, im Quickstep war sogar eine Eins dabei. Enger ging es zwischen den beiden Verfolgern beim Kampf um die Plätze drei und vier zu: Tango und Quick gingen an Diemke / Timofeeva, die anderen Tänze und die Kür an Schmidt / Jonas. Der Sieg der Deutschen Meister stand nicht in Frage, sie haben alle Tänze und die Kür klar gewonnen.

Analysiert man die drei ersten Latein-Ranglistenturniere dieses Jahres genauer, dann sieht man, dass die Reihenfolge der Paare in den Ergebnislisten derzeit ziemlich stabil ist. Unterschiede bei den erreichten Plätzen ergeben sich manchmal vor allem daraus, wer von den Gegnern des letzten Turniers wieder da ist und wer nicht. Deshalb kommt es beim Turnier, das ja nicht nur der Erbauung des tanzsportinteressierten Publikums dienen, sondern dessen Ergebnis auch dem Sportler Auskunft über seine Situation und seinen Leistungsstand geben soll, zwar auch auf den erreichten Platz, letztlich vor allem aber darauf an, welche Gegner man hinter sich bringen konnte.

So gesehen hat sich in den drei Turnieren sowohl an der Spitze wie auch im Mittelfeld wenig verschoben. Mit einer Ausnahme: Martin Schurz und Sofia Bogdanova haben ihre in Limbach und Bochum erzielten guten Ergebnisse, bei denen sie erfahrene und erfolgreiche Paare hinter sich bringen konnten, nicht den Zufälligkeiten der Turnierarithmetik zu verdanken, diese Ergebnisse beruhen auf klaren Entscheidungen mit ebenso klaren Platzziffern. Bei den Konkurrenten andererseits muss die rechnerische „Verschlechterung“ des erreichten Platzes durchaus nicht auch eine Verschlechterung der Leistung bedeuten.

Die Reihenfolge an der Spitze blieb unverändert: Nach Böblingen und Limbach war auch die Entscheidung für die Medaillenplätze ausweislich der Platzziffern, aber auch in den Einzelwertungen fast einmütig: Die Einsen gingen wiederum ausnahmslos an Watson, Formica musste nur vier Zweien abgeben, Homm nur in der Kür eine Drei.
Das Fernsehen hat seine Berichterstattung etwas auf die drei vorderen Paare fokussiert. Das hat zu gewissen Irritationen geführt: Bei ihren Dankesworten an die Ausrichter während des „Paaredinners“ hat Carmen angemerkt, neben den immer wieder genannten drei Paaren an der Spitze hätten auch vier weitere sehr gute Paare im Finale getanzt. Das ist gewiss richtig. Es entspricht aber nun einmal den Gepflogenheiten der Medien auch in anderen Sportarten, die Berichterstattung an den Namen der Sportler zu orientieren, die aktuell ganz vorn zu finden sind. Der Medienwissenschaftler Thomas Schierl (Leiter des Instituts für Sportpublizistik an der Deutschen Sporthochschule in Köln) hat kürzlich erneut darauf hingewiesen: Der Zuschauer sucht – vor allem beim Profisport – Identifikation. „Es macht keinen Spaß, Formel 1 zu gucken, wenn man keinen Fahrer kennt.“ Ganz sicher sollte durch die Kommentierung und die Moderation nichts als für längere Zeit feststehend und zementiert hingestellt werden.

Dem Westdeutschen Rundfunk gilt der Dank des Verbandes für die sorgfältige Gestaltung der Liveübertragung. Mit Peter Grube als Kommentator und Ines Riedel als Moderatorin im Saal, die von Joachim Llambi unterstützt wurde, waren Experten am Werk, die nicht nur viel Fachkunde mitbringen, sondern dem Tanzsport auch mit sehr positivem Interesse gegenüberstehen. das tut einer solchen Sendung gut. Die sichere Organisation durch Christian Komorowski und seine Mannen vor Ort, die treffsichere Auswahl des Rahmenprogramms (u.a. Formationen, A capella-Gesang) und die angenehme Turnierleitung durch Heiko Feltens taten ein Übriges. Die hervorragende Sendezeit – 20.15 bis 21.45 Uhr am Samstag, das ist sozusagen das Filetstück – wurde auf diese Weise für den Tanzsport bestens genutzt.

Falko Ritter

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