Deutschen Meisterschaft Standard am 11. Oktober 2008 in Chemnitz

Es ist ein in Chemnitz erprobtes und erfolgreiches Konzept: Jeweils im Herbst kombiniert die Tanzschule Köhler-Schimmel in der Stadthalle ein Tanzturnier der Professionals mit einer nachmittäglichen „Showtime Non-Stop“, in deren Rahmen die Vorrunde des Turniers ausgetragen wird. Am Abend finden dann Semifinale und Finale statt. Dieses Mal ging es um die Deutsche Meisterschaft in den Standardtänzen.

Das bisherige und neue Deutsche Meisterpaar bei der Siegerehrung

Von den Finalisten der Deutschen Meisterschaft 2007 waren nur noch vier am Start. Marcus Weiss und Isabel Edvardsson sowie Marc Scheithauer und Kerstin Stettner haben sich vom aktiven Tanzsport zurückgezogen, Volker Schmidt und Ellen Jonas sind dieses Jahr nicht angetreten. Andererseits waren wiederum einige neue Paare dazugekommen, die sich zum Wechsel vom Amateur- ins Profilager entschlossen hatten. Zweien davon traute man zu, ganz weit vorn ein Wort mitzusprechen: Bei der DM der Amateure 2007 hatten Stanislaw Massold und Christine Deck aus Bremen den dritten, Simon Reuter und Julia Niemann aus Stuttgart den siebten Platz belegt.

Unter den zehn Paaren des Starterfeldes erreichten beide ebenso problemlos das Finale wie das Deutsche Meisterpaar des Vorjahres Sascha und Natascha Karabey sowie die Vizemeister Oliver Thalheim und Tina Spiesbach aus Leipzig. Die Prophezeiungen, diese vier Paare würden den Kampf um die vier vorderen Plätze unter sich ausmachen, sollten sich bewahrheiten: Sascha und Natascha, am Vortag mit einem sehr respektablen Semifinalplatz aus England von den „International Open“, einem der schwersten Standardturniere der Welt, zurückgekehrt, unterstrichen ihre Position im deutschen Profitanzsport mit 35 Einsen sowie zehnmal 6,0 in der Kür, die übrigen viermal 5,9 konnten das Bild nicht trüben. Auch für die Vizemeister 2007 gab es ein klares Ergebnis: Mit einer Leistung, die hinter der des Vorjahre nicht zurückstand, erreichten sie mit durchweg vierten Plätzen Platz 4.

Die Medaillenpaare bei der Siegerehrung mit Turnierausrichter Jürgen Schimmel und DPV-Präsident Karl Breuer (links)

Nur Platz vier, das hängt damit zusammen, dass die beiden oben genannten Profineulinge berechtigte Ansprüche auf Plätze davor angemeldet hatten. Bei den German Open Championships in Stuttgart waren beide Paare in zwei Turnieren erfolgreich, einmal lagen die Stuttgarter um einen Platz weiter vorn, einmal die Bremer; die Voraussagen waren demgemäß nicht einheitlich. Das waren auch die Wertungen nicht: Die 4:3-Verteilung der Zweien (zugunsten Massold) im Langsamen Walzer hatte die Zuschauer schon auf ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen eingestimmt, aber die Situation stabilisierte sich schnell und deutlich zugunsten der Bremer, die allerdings den Slowfox an die Stuttgarter abgeben mussten.

Jürgen Schimmel hatte auch die Aufgabe des Turnierleiters und des Moderator übernommen

In dieser Konstellation waren nur noch zwei weitere Finalplätze verfügbar, für die sich ganz eindeutig Michael Sörensen und Miriam Blume aus Augsburg sowie Boris und Madeleine Rohne aus Leipzig qualifiziert haben. Hier war der Abstand der Wertungen etwas geringer als zwischen den Zweiten und den Dritten: In diesem Zweikampf konnten Boris und Madeleine Tango und Kür für sich entscheiden, in den anderen Tänzen lagen die Augsburger vorn.

Eine besondere Attraktion stellte die Kürrunde dar: Völlig unterschiedliche sehr gut auf das jeweilige Paar abgestimmte Choreographien, die meisten stammten von Oliver Wessel-Therhorn, rissen das manchmal eher etwas reservierte Chemnitzer Publikum buchstäblich zu Beifallsstürmen hin.

Bei diesem Turnier ging es nicht nur national um Ruhm und Ehre, es ist mit entscheidend für die Nominierung der zwei Paare, die schon am 22. November 2008 in Bonn bei der Weltmeisterschaft die deutschen Farben vertreten dürfen. Die der Deutschen Meister steht fest, über die weitere wird erst Mitte November in Stade nach einem die nationale Saison abschließenden Turnier entschieden.

Finale:

1. Sascha und Natascha Karabey (Bad Homburg) (Platzziffer 6)
2. Stanislaw Massold / Christine Deck (Bremen) (Platzziffer 13)
3. Simon Reuter / Julia Niemann (Stuttgart) (Platzziffer 17)
4. Oliver Thalheim / Tina Spiesbach (Leipzig) (Platzziffer 24)
5. Michael Sörensen / Miriam Blume (Augsburg) (Platzziffer 32)
6. Boris und Madeleine Rohne (Leipzig) (Platzziffer 34)

[Vollständiges Ergebnis auf den Newsseiten]

Wertungsrichter:

1. Gerwin Biedermann (Elmshorn)
2. Christa Fenn (Sankt Augustin)
3. Kerstin Jörgens (Berlin)
4. Klaus Koppen (Oberhausen)
5. Manfred Orth (Ruhstorf)
6. Sven Traut (Dortmund)
7. Bernhard Zirkler (Gießen)

 

Falko Ritter