German Masters der Professionals in den lateinamerikanischen Tänzen am 4. Oktober 2008 in Braunschweig

Endlich war sie zu Ende, die viel zu lange jahreszeitbedingte Pause im nationalen Turniergeschehen. Zum Auftakt hatte Marcus Weiß wieder einmal in die Stadthalle Braunschweig zu einem festlichen Galaball eingeladen, in dessen Mittelpunkt dieses Mal ein Turnier in den lateinamerikanischen Tänzen stehen sollte. Marcus Weiß ist u.a. Vizepräsident der Braunschweig Dance Company, die ausweislich ihres Internetauftritts u.a. das Ziel verfolgt, „die Attraktivität des Tanzsports für Zuschauer und Sponsoren zu steigern, durch einzigartige Tanzsportevents, die ihresgleichen in Deutschland suchen“. So lag auch in diesem Jahr eine Kooperation der beiden Marcus' nahe, Marcus Weiß als Ausrichter und Marcus Hajek als Präsident der Braunschweig Dance Company. Sie und die ortsansässige Tanzschule Hoffmann hatten sich im Vorfeld mit viel Sorgfalt und Organisationstalent um die Vorbereitung dieser Veranstaltung gekümmert.

Die Zahl der zwölf gemeldeten und letztlich elf angetretenen Paare ist für einen solchen Abend ideal: Das Starterfeld ist groß genug, dass eine Vorrunde getanzt werden muss, andererseits auch so bemessen, dass noch ausreichend Zeit bleibt für andere Programmpunkte und auch für genügend Tanzgelegenheit für das Publikum.

Grün-Gold-Club Bremen
Braunschweiger TSC

Highlights des Rahmenprogramms waren zwei Formationen, die des Grün-Gold-Club Bremen in den lateinamerikanischen Tänzen (zum Amüsement der anwesenden Andrea Beer und Roberto Albanese irrtümlich als aus Bremerhaven kommend angekündigt) und des BTSC in den Standardtänzen. Noch mehr Freude kam allerdings auf über zwei Tanzshows von Marcus Weiß und Isabel Edvardsson, die seit Beendigung ihrer aktiven Wettkampfzeit gleich nach ihrem Sieg bei der Europameisterschaft Kür Standard vor zehn Monaten in Balingen nichts verlernt haben. Sie bereiten sich vor auf die Welttanzgala 2008 im Kurhaus Baden-Baden, bei der sie mit ihrem Showauftritt ein gutes Bild abgeben wollen, denn letztes Jahr haben William Pino / Alessandra Bucciarelli dort die Standardtänze gezeigt.

Marcus Weiß / Isabel Edvardsson

Das lateinamerikanische Kontrastprogramm wurde als Turnier dargeboten, und dieses Turnier war, wie die Startliste zeigt, hervorragend besetzt, mit der Folge freilich, dass auch durchaus sehenswerte Paare keine Chance hatten in die Endrunde zu kommen, für die das Reglement nun mal nur sechs Paare vorsieht. Das Wertungsgericht war sich in diesem Finale teils völlig einig, nämlich bei der Vergabe der Einsen und Zweien, allerdings auch ziemlich uneinig bei den Plätzen drei bis sechs. Bei den letzteren wurde für fast alle Paare von der gesamten Spanne Gebrauch gemacht, auch die Viert- und Fünfplatzierten konnten in einzelnen Tänzen dritte Plätze verbuchen.

Klare Verhältnisse herrschten auf den Plätzen eins und zwei. In den fünf „regulären“ Turniertänzen bekamen Evgenij Voznyuk und Oksana Nikiforova alle Zweien. Franco Formica und Oxana Lebedew erhielten alle Einsen, auch in der Kür, in der sie mit acht Bestwertungen 6,0 und zweimal 5,9 bedacht wurden. DPV-Sportwart Klaus Gundlach gab bei der Siegerehrung bekannt, dass diese beiden Paare für die Weltmeisterschaften nominiert werden, die am 22. November in Innsbruck stattfinden.

Falko Ritter


Fotos: www.sports-picture.net

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