Deutsche Meisterschaft der Professionals in Standard Tänzen am 20. November 2009 in Giessen

Beeindruckende Leistungen bei der Deutschen Meisterschaft Standard in Giessen

Auch in diesem Jahr hatte sich die Startliste der Deutschen Profimeisterschaft Standard im Vergleich zu der des Vorjahres so verändert, dass man in einigen Punkten auf das Ergebnis gespannt sein durfte: Einerseits waren die Vizemeister Stanislaw Massold/Christine Deck nicht angetreten, und auch die Vorjahresfinalisten Boris und Madeleine Rohne mussten verletzungsbedingt absagen. Andererseits waren erstmals Rüdiger Homm und Viktorija Triscuka am Start, die sich schon gleich nach ihrem Wechsel ins Profilager national wie international sehr gut behauptet haben. Außerdem standen Felix Schäfer und Nina Ciechowski aus Berlin auf der Liste, die sich erst im November nach der Deutschen Meisterschaft der Amateure beim DPV angemeldet haben, hier also ein „unbeschriebenes Blatt“ waren und für die diese Deutsche Meisterschaft das erste Profiturnier werden sollte.

Als nicht ganz einfach stellte sich für das Wertungsgericht die Auswahl der sechs Finalpaare dar: Bei den drei späteren Medaillenpaaren war das eine klare Sache, sie wurden alle mit der Bestpunktzahl 70 bedacht. Aber die Semifinalwertung zeigt auch: Für die weiteren drei Plätze haben sich vier Paare angeboten, und die Entscheidung fiel mit 66 – 62 – 58 – 55 Punkten (der Abstand zum Verfolgerfeld beträgt dann 20 Punkte) äußerst knapp aus. Das war für die knapp unterlegenen Volker Schmidt und Ellen Jonas, die aus der Giessener Nachbarstadt Wetzlar stammen und deshalb als Lokalmatador galten, schmerzlich, aber das Reglement schreibt nun einmal für die Endrunde sechs Paare vor.

Über die Vergabe der Medaillenplätze dieser Endrunde waren sich die Wertungsrichter weitestgehend einig: Sascha und Natascha Karabey sind derzeit und sicher bis auf Weiteres national unangreifbar. Rüdiger Homm und Viktorija Triscuka wurden, wenn man von einigen wenigen Dreien absieht, ebenso klar Vizemeister. Simon Reuter und Julia Niemann haben ihren Vorjahresplatz behauptet und sich die Bronzemedaillen ertanzt. In der Kür allerdings war die Reihenfolge umgekehrt: Rüdigers und Viktorijas als Kür gezeigter Langsamer Walzer (Thema: Lady) war zwar hervorragend getanzt und wurde deshalb auch zu Recht mit entsprechenden A-Wertungen bedacht, im dem für die B-Note entscheiden „Künstlerischen Eindruck“ konnte er mit Simons und Julias Vortrag (Thema: Emotions) allerdings nicht mithalten. Bei dem Kampf um Platz 4 schien sich nach dem ersten Tanz das Vorjahresergebnis zu bestätigen, das Oliver Thalheim und Tina Spiesbach vor Michael Sörensen und Miriam Blume gesehen hatte. Dann allerdings wendete sich das Blatt und Michael und Miriam konnten die vier folgenden Tänze für sich entscheiden. Das Ergebnis der abschließenden Kür, das wiederum die Leipziger vorn sah, konnte am Endergebnis nichts mehr ändern. Für Felix Schäfer und Nina Ciechowski blieb Platz 6, der durch einen fünften Platz im Slowfox noch etwas verschönt wurde, ein guter Einstand im Profilager.

Als glanzvollen Höhepunkt des Rahmenprogramms konnte Ausrichter Bernhard Zirkler die grandiose Lateinshow von Franco Formica und Oxana Lebedew ansagen. Gießen ist Francos tanzsportliche Heimat, deshalb hatte er sich Bernhard Zirklers Bitte nicht verschlossen, obwohl schon für den übernächsten Tag die Weltmeisterschaft in Blackpool im Kalender stand. Das Publikum dankte es Franco und Oxana mit verdientem frenetischem Applaus.


Finale mit Platzziffern:

1. Sascha und Natascha Karabey (Bad Homburg) (Platzziffer 6)
2. Rüdiger Homm / Viktorija Triscuka (Nürnberg) (Platzziffer 13)
3. Simon Reuter / Julia Niemann (Stuttgart) (Platzziffer 17)
4. Michael Sörensen / Miriam Blume (Augsburg) (Platzziffer 26)
5. Oliver Thalheim / Tina Spiesbach (Leipzig) (Platzziffer 29)
6. Felix Schäfer / Nina Ciechowski (Berlin) (Platzziffer 35)

Wertungsrichter:

Peter Beinhauer (Bremen), Thomas Derner (Lengerich), Ingrid Führer (Bendestorf), Matthias Fronhoff (Troisdorf), Fred Jörgens (Taucha), Andrea Kiefer (Heidelberg), Joachim Llambi (Bad Vilbel)


Die Fotos wurden freundlicher Weise von
Peter Schmitz, www.dancepages.de zur Verfügung gestellt.

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