Deutsche Kür Meisterschaft 2011 - 10.12.2011 Balingen

Neue Deutsche Meister in der Kür

In der Kürdisziplin ist der zeitliche Rhythmus der Deutschen Meisterschaften nicht so gleichmäßig wie in Standard und Latein. In der Standard- und der Lateindisziplin liegt meist ziemlich genau ein Jahr dazwischen. Bei den Kürmeisterschaften ist das manchmal anders: 19 Monate waren seit der Deutschen Meisterschaft 2010 vergangen, bis man jetzt in Balingen wieder zum Meisterschaftsturnier zusammen kam, und bis zum nächsten werden es nur drei Monate sein. Diese Abfolge wird natürlich nicht bewusst angestrebt, sie ergibt sich daraus, dass in manchen Jahren für besser geeignete Termine nicht die erforderlichen Ausrichter zur Verfügung stehen.

Siegerehrung Kür Latein (Plätze von links nach rechts)

Keiner der beiden Titel wurde von dem jeweiligen Meisterpaar des Jahres 2010 verteidigt: Jesper Birkehoj und Anna Kravchenko (Kür Latein) waren daran aus terminlichen Gründen gehindert, Simon Reuter und Julia Niemann (Kür Standard) haben inzwischen vom aktiven Turniersport Abschied genommen. Für Spannung sorgte außerdem, dass je zwei Paare erstmals zu einem reinen Kürturnier angetreten waren.

Siegerehrung Kür Standard (Plätze: von rechts nach links, Baßler/Heinzmann stehen bei den Lateinpaaren)

Und sie waren sehr erfolgreich, die neuen Paare: Je zwei von ihnen setzten sich in Standard und Latein an die Spitze der Ergebnisliste und erreichten die Plätze eins und zwei. Drei der vier tanzen schon einige Zeit bei den Professionals und waren Finalisten der Deutschen Meisterschaften in ihrer Disziplin, Oliver und Jasmin Rehder sowie Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan in diesem und im vergangenen Jahr in Standard, Valera Musuc und Nina Trautz dieses Jahr in Latein. Das erste Profiturnier überhaupt war diese Deutsche Meisterschaft für Christian Polanc. Christian hatte sich mit Abschluss seiner Zeit bei den Amateuren – er war 2004 und 2005 Deutscher Vizemeister – dem Turnierparkett fern gehalten und ist als Tanzsporttrainer tätig. Für Melissa war vor kurzem ihre erfolgreiche Partnerschaft mit Jürgen Schlegel zu Ende gegangen.

30 Jahre "Walterbälle" in der Stadthalle Balingen. Oberbürgermeister Helmut Reitemann gratuliert Horst Walter

Über ihren ersten deutschen Meistertitel konnten sich in der Standardkür Oliver und Jasmin Rehder freuen. Vier Wertungsrichter setzten sie auf den ersten Platz. Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan waren ihnen allerdings dicht auf den Fersen.

So sah auch das Ergebnis für Christian Polanc und Melissa Ortiz-Gomez aus. Vier Wertungsrichter hatten sie auf Platz eins gesehen, für den von vielen erwarteten Sieg hat es damit bequem ausgereicht. Dass sie zu der schon eine Woche später stattfindenden Weltmeisterschaft nicht mehr nominiert werden konnten (die erforderlichen Visa wären nicht mehr zu beschaffen gewesen) war Christian und Melissa klar.

Der Direktor der Stadthalle Balingen Ulrich Klingler (rechts) wurde mit der Silbernen Ehrennadel des DPV ausgezeichnet.

Auf den Plätzen zwei und drei hat sich das Ergebnis der Europameisterschaft (Ende Oktober in Leipzig) umgedreht. Drei Wertungsrichter sahen die Augsburger vorne, zwei die Kölner, die Majorität auf den Plätzen 1-2 gab den Ausschlag.

In beiden Turnieren konnten sich in den Verfolgerfeldern die Deutschen 10-Tänze-Meister Jurij und Aleksandra Kaiser aus Hamburg gut präsentieren und kam auf einen dritten und einen vierten Platz. Besonders in den B-Noten wurden sie sehr gut bewertet. In der Standardkür hat sie ein Wertungsrichter als Sieger gesehen, in der Lateinkür zwei Wertungsrichter auf Platz 2. Auch dem Publikum haben die Küren gut gefallen. Auch für diese Spitzengruppe gilt: Bei jedem Turnier werden die Karten neu gemischt.

30 Jahre Walterbälle, wohl ebenso lange ein Tänzchen mit der Siegerin, dieses Mal mit Jasmin Rehder.

Wieder einmal konnte man feststellen: Kürtanz (sei es als sechster Tanz in einem Standard- oder Lateinturnier, sei es in einem eigenständigen Kürturnier) kommt gut an. Bernd Ulrich schreibt in der lokalen Presse: „Die Zuschauer erlebten wieder einmal mehr eine grandios gelungene Melange aus Tanz, Sport und Schau. Der Ideenreichtum bezüglich Musik und Kleidung der Akteure sorgte überdies für permanente Spannung und Aufmerksamkeit. Tummelten sich doch auf dem Parkett „Heidi und Peter“ ebenso wie „James Bond“, „Michael Jackson“, „Lisa Minelli“ und der „Kleine grüne Kaktus“. Die Gäste honorierten die Auftritte mit lautstarken bis stürmischen Beifallsbekundungen.“ Wer sich (erfreulicherweise) mit dem Gedanken trägt, ein DPV-Turnier auszurichten, mag auch das in seine Überlegungen einbeziehen.

Die ausrichtende ADTV-Tanzschule Horst Walter aus dem nahe gelegenen Albstadt hat mit diesem Turnier ein Jubiläum gefeiert: Bernd Ullrich schreibt dazu: „ '30 Jahre Walterbälle, 120 Tanzveranstaltungen, 50 000 Gäste, eine Bilanz die sich sehen lassen kann' konstatierte Oberbürgermeister Helmut Reitemann“. Aus demselben Anlass hat sich der DPV bei Ulrich Klingler, dem Geschäftsführer der Stadthalle Balingen, für viele Jahre erfolgreicher guter Zusammenarbeit mit der Verleihung der silbernen Ehrennadel bedankt.

Falko Ritter




Platzierungen und Wertungen

Standard
1. Oliver und Jasmin Rehder (Köln) 1 1 1 1 2
2. Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan (Wetzlar) 2 2 2 2 3
3. Jurij und Aleksandra Kaiser (Hamburg) 3 3 3 3 1
4. Mario und Sabine Schiena (Leverkusen) 4 4 5 5 4
5. Boris Baßler / Daniela Heinzmann (Heppenheim) 5 5 4 4 5

Latein
1. Christian Polanc / Melissa Ortiz-Gomez (Ingolstadt) 1 1 3 1 1
2. Valera Musuc / Nina Trautz (Augsburg) 2 2 4 2 5
3. Stefan Erdmann / Sarah Latton (Köln) 3 3 1 3 3
4. Jurij und Aleksandra Kaiser (Hamburg) 4 4 2 4 2
5. Federico Slemties / Alessja Sapadenskaja (Hannover) 5 5 6 5 4
6. Sergey Oladyshkin / Anastasia Weber (Stuttgart) 6 6 5 6 6
7. Boris Baßler / Daniela Heinzmann (Heppenheim) 7 7 7 7 7

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