Deutsche Kürmeisterschaft 2012 - 17.03.2012 Hannover

Deutsche Kürmeisterschaften in Hannover: Knappe Entscheidungen

Den meisten Teilnehmern der Deutschen Kürmeisterschaften 2012 war der Kuppelsaal des Hannover Congress Centrums noch in bester Erinnerung: Erst zwei Jahre liegt es zurück, dass in diesem wunderschönen Saal – ebenfalls im Rahmen einer creadance Nordgala - eine Deutsche Meisterschaft ausgetragen wurde, und zwar ebenfalls in der Kürdisziplin.

Seitdem hat es bei den Paaren eine gewisse Fluktuation gegeben, einige sind nicht mehr dabei, neue sind dazu gekommen. Das gilt nicht in demselben Maß für die Zeit seit der Deutschen Kürmeisterschaft 2011: Sie liegt erst drei Monate zurück, eine Zeit, in der mit größeren Verschiebungen in den Leistungsrelationen kaum nicht zu rechnen ist. Wohl aber können sie ausreichend sein, ein knappes Ergebnis umzudrehen.

Deutsche Meister Kür Latein: Christian Polanc und Melissa Ortiz-Gomez

Mit Spannung sah man deshalb dem Standardfinale entgegen: Im vergangenen Jahr war der Abstand in den Wertungen für die Sieger Oliver und Jasmin Rehder und die Vizemeister Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan recht knapp, eine erfolgreiche Titelverteidigung schien also nicht ganz selbstverständlich zu sein. Es war aber noch ein weiterer Titelaspirant dazu gekommen, nämlich Steffen Zoglauer mit Sandra Koperski aus Berlin. Sie waren bis vor Kurzem im Amateurlager sehr erfolgreich, in der Deutschen Meisterschaft Kombination kamen sie 2011 auf den Bronzerang. Nach einem Start bei den UK war diese Meisterschaft ihr erstes Profiturnier in Deutschland. Aber diese Vorgeschichte musste man nicht kennen, um das Paar nach Kürprobe und Semifinale zu den Titelaspiranten zu zählen. Drei hervorragende Paare, jedem von ihnen konnte man den Titel gönnen.

Deutsche Meister Kür Standard: Oliver und Jasmin Rehder

Gut, dass es Regeln für die Ermittlung der Platzierungen gibt: Wer gewonnen hatte, war an den offen aufgezeigten Wertungen nicht sofort zu erkennen: Die Plätze 1 bis 3 wurden von den Wertungsrichtern fast ausschließlich an die drei genannten Paare vergeben. Zoglauer/Koperski erhielten drei erste Plätze, Rehder/Rehder und Klisan/Klisan je zwei. Erste die Verteilung der Zweien brachte die Entscheidung. Mit der besseren Majorität auf 1-2 machten die Vorjahressieger das Rennen, mit geringerer Majorität auf 1-2 folgten die Berliner.

Siegerehrung

V.l.n.r.: Oliver und Jasmin Rehder, Jürgen Schimmel (Beisitzer), Jens Kressler (Turnierleiter), Christian Polanc und Melissa Ortiz-Gomez, Klaus Gundlach (Chairman), Ninette Jegella (Turnierleiterin). Ähnlich knapp war es in der Lateinsektion nicht, wenngleich der Abstand zwischen den Vorjahresmeistern Christian Polanc/Melissa Ortiz-Gomez und Valera Musuc/Nina Trautz aus Augsburg geringer geworden ist: In der Summe der A-und B- Noten gab es bei fünf Wertungsrichtern nur 1/10 Unterschied, zwei Wertungsrichter hatten beide Paare in A- und B-Note identisch gewertet und mussten deshalb nach den Kürregeln die von ihnen vergebenen Plätze festlegen. Das ging einmal zugunsten der Vorjahressieger, einmal zugunsten ihrer Verfolger aus.

Zwei Paare haben an beiden Turnieren teilgenommen. Eines davon hat in beiden Turnieren die weiteren Plätze belegt, also Platz 3 in Latein, Platz 4 in Standard, nämlich Jurij und Aleksandra Kaiser aus Hamburg. Ihnen liegt die Kürdisziplin besonders, in ihren einfallsreichen Choreografien sind sie stets voll präsent. Das Publikum honoriert das, in seiner Gunst stehen sie den besser platzierten Paaren nicht nach.

Die Finalwertungen sind anbei wiedergegeben.

Die ausrichtende creadance-Tanzschule Kressler (Garbsen) hat erneut einer Deutschen Meisterschaft einen wunderbaren Rahmen gegeben. Bei der Nordgala, an der sich rund ein Dutzend Tanzschulen aus Niedersachsen beteiligt haben, findet sich ein Publikum ein, das nicht nur selbst gerne tanzt, sondern sich auch für den Tanzsport interessiert, offenbar besonders für das attraktive Kürtanzen. Das ist schön für die Turnierteilnehmer: Ihnen gilt das aufmerksame Interesse des Publikums, besonders einfallsreiche Choreografien werden auch dann mit lebhaftem Applaus bedacht, wenn sich das Paar letztlich nicht weit vorn platzieren konnte.

Falko Ritter


Ergebnisse

Standard

Finale:

1. Oliver und Jasmin Rehder (Köln)
2. Steffen Zoglauer/Sandra Koperski (Berlin)
3. Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan (Wetzlar)
4. Jurij und Aleksandra Kaiser (Hamburg)
5. Torsten Schröder/Feodora Khan (Köln)
6. Dr. Boris Baßler/Daniela Heinzmann (Heppenheim)
7. Mario Schiena/Sabine Schiena (Leverkusen)

Semifinale:

8. Jörg Helmer/Alexandra Wothe (Hannover)

Latein

1. Christian Polanc/Melissa Ortiz-Gomez (Ingolstadt)
2. Valera Musuc/Nina Trautz (Augsburg)
3. Jurij und Aleksandra Kaiser (Hamburg)
4. Federico Slemties/Alessja Sapadenskaja (Hannover)
5. Sergey Oladyshkin/Anastasia Weber (Stuttgart)
6. Dr. Boris Baßler/Daniela Heinzmann (Heppenheim)

Wertungsrichter:

Alla Bastert-Tkatchenko (Köln), Tanja Larissa Fürmeyer (Standard) (Norderstedt), Thomas Fürmeyer (Latein) (Norderstedt), Matthias Fronhoff (Troisdorf), Hendrik Höfken (Dorsten), Oliver Seefeldt (Berlin), Marcus Weiß (Braunschweig ), Anne-Lore Zimmermann (Freilassing

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