Deutsche Meisterschaft 10 Tänze 2012

Die neuen Deutschen Meister Steffen Zoglauer und Sandra Koperski
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"Schöner als in Blackpool", so hat die Westdeutsche Zeitung ihren Bericht über die 10-Tänze-Meisterschaft 2012 der Professionals überschrieben. In der Tat: Die Historische Stadthalle Wuppertal ist wirklich eine besonders schöne Turnierstätte. Der DPV ist froh darüber, dass sich die Veranstaltergemeinschaft der Tanzschulen Schäfer (Wuppertal) und Breuer (Troisdorf) nach der Deutschen Standardmeisterschaft 2011 entschlossen haben, hier auch 2012 wieder ein großes Turnier auszurichten. Und auch für 2013 steht ein neuer Termin schon fest: Deutsche Meisterschaft, wiederum in den Standardtänzen, am 12. Oktober 2013.

Ein wunderschöner Saal, hervorragende Livemusik von der Feedback Dancing Band, gut gelaunte unterhaltsame Turnierleiter in Gestalt von Matthias Fronhoff und Ingo Woite, ein begeisterungsfähiges fachkundiges Publikum, alle diese positiven Faktoren verfehlen ihre Wirkung auf die Paare nicht. Mit anderen Worten: Es wurden in beiden Turnieren hervorragende Leistungen gezeigt.

Im Lateinfinale gaben Christian Polanc und Melissa Ortiz-Gomez insgesamt nur drei Einsen ab. Zwei dieser Einsen wurden gleich im ersten Tanz, dem Solotanz Rumba, für Stefan Erdmann und Sarah Latton, gezogen, die im Semifinale einen sehr guten Eindruck hinterlassen hatten. Mag sein, dass sie sich auf ein besseres Ergebnis eingestellt hatten, jedenfalls war ihre Präsentation im Finale nicht mehr dieselbe wie im Semifinale. Letztlich mussten sie im Paso Doble und im Jive auch Steffen Zoglauer und Sandra Koperski vorbei lassen, die in der Schlussabrechnung nur um eine einzige Einzelwertung den zweiten Platz verfehlt haben.

Wie bei den bisherigen fünf Deutschen Meisterschaften, die sie als Professionals gewonnen haben, wurde Sascha und Natascha Karabey auch dieses Mal keine einzige Eins vorenthalten. Auch auf den weiteren Medaillenplätzen herrschten gut überschaubare Verhältnisse: Mit vier Ausnahmen erhielten Steffen Zoglauer und Sandra Koperski alle Zweien, die verbliebenen Zweien und außerdem nur Dreien gingen an Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan. Platz 4 ging an Felix und Nina Schäfer. Es war schön, die beiden nach einem Jahr einer krankheitsbedingten Zwangspause wieder auf dem Turnierparkett begrüßen zu können, sie haben sich mit einer guten Leistung zurück gemeldet.

Vier Paare dieser Veranstaltung haben an beiden Turnieren teilgenommen. Klare Sieger wurden Steffen Zoglauer und Sandra Koperski, de in den Wochen davor bei der Europameisterschaft 10 Tänze Vizemeister geworden waren und bei der Weltmeisterschaft 10 Tänze Platz 4 erreicht hatten. In Wuppertal konnten sie auch dem deutschen Publikum ihre Leistungsstärke in beiden Sparten demonstrieren. Auf Platz zwei kamen wie im Vorjahr die ebenfalls für Berlin startenden Stefan Heinrich und Manuela-Agata Brychzy.

Wie schon seit einigen Jahren wurde das Ergebnis der 10-Tänze-DM aus dem der Turniere in Standard und Latein ermittelt. Das System wird unten dargestellt.

Falko Ritter

Deutsche Meisterschaft 10 Tänze:

1. Steffen Zoglauer / Sandra Koperski (Berlin)
2. Stefan Heinrich / Manuela-Agata Brychzy (Berlin)
3. Mario und Sabine Schiena (Leverkusen)
4. Boris Baßler / Daniela Heinzmann (Heppenheim)

Standard:

Finale:
1. Sascha und Natascha Karabey (Bad Homburg)
2. Steffen Zoglauer / Sandra Koperski (Berlin)
3. Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan (Wetzlar)
4. Felix und Nina Schäfer (Berlin)
5. Stefan Heinrich / Manuela-Agata Brychzy (Berlin)
6. Niklas Neureuther / Katharina Reichel (Bonn)

Semifinale:
7. Klaus Padberg / Dunja Jansen (Köln)
8./9. Boris Baßler / Daniela Heinzmann (Heppenheim)
8./9. Mario und Sabine Schiena (Leverkusen)

Latein:

Finale:
1. Christian Polanc / Melissa Ortiz-Gomez (Ingolstadt)
2. Stefan Erdmann / Sarah Latton (Köln)
3. Steffen Zoglauer / Sandra Koperski (Berlin)
4. Federico Slemties / Alessja Sapadenskaja (Hannover)
5. Stefan Heinrich / Manuela-Agata Brychzy (Berlin)
6. Sergey Oladyshkin / Anastasia Weber (Stuttgart)

Semifinale:
7. Mario und Sabine Schiena (Leverkusen)
8. Boris Baßler / Daniela Heinzmann (Heppenheim)

Wertungsrichter: Max-Ulrich Busch (Berlin), Sybill Daute (Bonn), Thomas Derner (Lengerich), Manfred Orth (Bad Griesbach), Bernd Bork (Witten), Anja Rausche-Schramm (Hamburg), Martina Weßel-Therhorn (Neuss)

  DM 10-Tänze: Nicht ganz einfach für das Protokoll

Für das Protokoll ist ein 10-Tänze-Turnier mit einheitlichem Teilnehmerfeld unproblematisch: Die Plätze in den einzelnen Tänzen werden errechnet wie üblich, lediglich das Gesamtergebnis wird eben aus zehn Tänzen addiert anstatt aus fünf (oder mit Kür sechs).

Bei dem hier angewandten System, das sich wegen der verhältnismäßig geringen Zahl an 10-Tänze-Paaren anbietet, können aber nicht einfach die in Standard und Latein erreichten Plätze addiert werden. Das würde zwar meist zu demselben Ergebnis führen wie das hier angewandte System, aber es gibt Konstellationen, in denen es zu Ungerechtigkeiten käme.

Deshalb werden beide Turnierergebnisse (Standard und Latein) fiktiv so umgerechnet, als ob nur diese 10-Tänze-Paare teilgenommen hätten. Das ist einfach, soweit Finalplätze im Majoritätssystem für jeden Tanz einzeln errechnet werden. Komplizierter ist es bei den Semifinalergebnissen: In den Runden vor dem Finale fließen die Wertungen ja nicht im Majoritätssystem in Ergebnisse für jeden Tanz ein, vielmehr werden die Wertungen der Wertungsrichter insgesamt aufaddiert. Deshalb müssen hier in einer gesonderten Berechnung die Wertungen Tanz für Tanz verglichen werden.

Wenn man es nicht so macht, kann sich eine Fehlerquelle auswirken, die aus folgendem (erfundenen) Beispiel deutlich wird. Im Lateinturnier kommt Paar A auf Platz 8, Paar B auf Platz 15, in Standard kommt B auf Platz 8, A auf Platz 10. Die unbereinigte Addition ergäbe 18 für A, 23 für B. B hätte (wegen der unterschiedlich großen Zahl „dazwischen“ liegender Paare) keine Chance gegen A, obwohl ihn eine bereinigte „Paar-gegen-Paar“-Abrechnung vor A sehen könnte.

Deutsche Meisterschaft 10 Tänze 2012

Video aus Wuppertal

Video aus Wuppertal