Deutsche Meisterschaft Standard 2012 - 22.09.2012 - Suhl

Gelungener Neustart in Suhl

Das repräsentative Congress Centrum Suhl

Mit der Deutschen Meisterschaft Standard 2012 wurde in Suhl an tanzsportliche Traditionen angeknüpft. Wie Zeitzeugen versichern war die „Waffen- und Bergstadt“ in Südthüringen vor der Wiedervereinigung durchaus kein weißer Fleck auf der tanzsportlichen Landkarte. Auch danach kamen dort noch einmal Tanzsportler zusammen, allerdings nicht Turnierpaare, sondern Funktionäre: In der Folge des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik Deutschland waren 1991 auch auf dem Gebiet des Sports einschließlich des Tanzsports organisatorische Maßnahmen zu treffen. Die Verhandlungen, die der Überführung des AVTT (Allgemeiner Verband der Tanzlehrer und Turniertanztrainer) in den ADTV dienten, haben in Suhl stattgefunden.

Die Deutschen Meister mit Oberbürgermeister Dr. Jens Triebel

Über dies alles weiß Jürgen Schimmel aus eigenem Erleben zu berichten. Kein Wunder, dass er, seit langer Zeit Ausrichter vieler großer Turniere in Chemnitz und Limbach-Oberfrohna, auch Suhl wieder in seine Überlegungen einbezogen hat.

Wer dort war, konnte es sehen: Das war eine gute Idee. Das Congress Centrum Suhl (CCS) besteht in seiner heutigen Gestalt seit 1995. Zu Recht wird auf der Homepage des CCS festgestellt: Es zählt zu den attraktivsten und modernsten Veranstaltungs- und Erlebniszentren der neuen Bundesländer und Thüringens. Im großen Festsaal standen für die Deutsche Meisterschaft rund 1.500 Plätze zur Verfügung, aber auch eine Tanzfläche, deren Dimensionen auch für ein großes Standardturnier keinen Wunsch offen lassen.

Man kann damit rechnen, dass diese Deutsche Meisterschaft nach langer Pause zwar das erste, aber nicht das letzte Turnier gewesen sein wird: Sowohl Oberbürgermeister Dr. Jens Triebel als auch CCS-Geschäftsführerin Brigitte Schulze zeigten sich von der Veranstaltung, für die die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht die Schirmherrschaft übernommen hatte, sehr angetan, der Tanzsport könnte also mit Suhl wiederum einen Standort zurückgewonnen haben.

10 Paare waren bei dieser Meisterschaft am Start. Veränderungen an der Spitze des Feldes konnte es angesichts der überzeugenden Leistungen der alten und neuen Deutschen Meister und Vizemeister nicht geben: Sascha und Natascha Karabey erhielten alle Bestnoten, Rüdiger Homm und Viktorija Triscuka sämtliche Zweien.

Als drittes Paar auf dem Treppchen hätte man sich nach den Ergebnissen der letzten Zeit Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan vorstellen können, aber das Wertungsgericht sah es mehrheitlich anders, zu Beginn der Finalrunden knapp, dann mehr und mehr einheitlich. Sie mussten sich jedoch Alexander Einfinger und Juliane Strehmann geschlagen geben, die ihnen schon seit einiger Zeit auf den Fersen waren. Ein neues Paar, das jetzt zu den Professionals übergewechselt ist, hat auf Anhieb das Finale erreicht: Niklas Neureuther und Katharina Reichel haben sich darüber sicher gefreut. Den fünftplatzierten Stefan Heinrich und Manuela-Agata Brychzy konnten sie nicht gefährlich werden.

Mit dem Einzug der Neulinge ins Finale waren die sechs nach den Regularien vorgesehenen Finalplätze verbraucht, zum Nachteil von Klaus Padberg und Dunja Jansen, die ebenfalls gut ins Finale gepasst hätten.

Tanzen hat mit Musik zu tun. Von einer Liveband erwartet man, dass sie zum einen für das tanzfreudige Publikum das Richtige spielt. Sie sollte aber auch einen Sinn dafür haben, welche Art von Musik der Standard- und der Lateintänzer gerne hören würde, damit er seine bestmögliche Leistung zeigt. Das erschöpft sich ja nicht darin, dass die Taktzahl gemäß Metronom stimmt. Hohen Ansprüchen in beiderlei Hinsicht wird die Band „Night Flavour“ gerecht, die von der Tanzschule Köhler-Schimmel gerne eingesetzt wird. Sicher wird sie bald mehr und mehr auch in einem weiteren Umkreis zu hören sein.


Finale:

1. Sascha und Natascha Karabey (Bad Homburg) (6)
2. Rüdiger Homm / Viktorija Triscuka (Nürnberg) (12)
3. Alexander Einfinger / Juliane Strehmann (Berlin) (19)
4. Adrian und Johanna-Elisabeth Klisan (Wetzlar) (23)
5. Stefan Heinrich / Manuela-Agata Brychzy (Berlin) (31)
6. Niklas Neureuther / Katharina Reichel (Bonn) (35)

Semifinale:

7. Klaus Padberg / Dunja Jansen (Köln)
8. Marc Hotfilder / Heike Macke (Münster)
9. Boris Baßler / Daniela Heinzmann (Heppenheim)
10. Mario und Sabine Schiena (Leverkusen)


Wertungsrichter:

Peter Beinhauer (Bremen), Gerwin Biedermann (Elmshorn) Frank Gierok (Bad Vilbel), Bernd Hörmann (Hamburg), Giselle Keppel (Köln), Bettina Schneider (Essen), Martina Taeschner-Trautz (Augsburg)