Grand Prix Latein 2012 - 24.03.2012 Limbach-Oberfrohna

Grand-Prix-Turnier in Sachsen

Neun Paare waren in Limbach-Oberfrohna zum Turnier um den Großen Preis von Deutschland in den lateinamerikanischen Tänzen angetreten. Das dortige Publikum kommt, wie Turnierleiter Jürgen Schimmel festgestellt hat, nur zum Teil aus Chemnitz und Umgebung, viele nehmen für die Tanzsportveranstaltungen aber auch weite Anreisen auf sich . Es wurde nicht enttäuscht, sondern mit hervorragenden Leistungen belohnt.

Für einige Paare war es das erste Profiturnier in Deutschland. Das Turnier war zudem „offen“ ausgeschrieben. Davon haben Viacheslav Mostsevoi und Agnieszka Pomorska aus Polen Gebrauch gemacht.

Das Protokoll hatte es leicht: Die Finalwertungen waren sehr einheitlich. Das führt zu klaren Differenzen in den Platzziffern, dies wiederum lässt nach einer weit verbreiteten, dennoch aber falschen Auffassung auf einen deutlichen Leistungsabstand schließen. Falsch ist diese Auffassung deshalb, weil sich in solchen Fällen Einigkeit möglicherweise nur auf eine bestimmte Reihenfolge bezieht, jedoch keine Rückschlüsse auf das Maß der Leistungsabstände zulässt.

Sieger des Turniers wurden, das hat niemanden überrascht, Markus Homm und Ksenia Kasper. Sie haben alle Tänze mit allen Einsen gewonnen, auch in der Kür wurden sie von allen fünf Wertungsrichtern auf Platz 1 gewertet. Das polnische Paar kam mit einem gewissen Punkteabstand als sechstes Paar ins Finale. Spannender gestaltete es sich für die Plätze dazwischen.

Blättert man in den Ergebnislisten der letzten Jahre, stößt man auf viele Namen von Paaren, die inzwischen mit dem Turniertanzen aufgehört haben. Ein solcher Abschied löst immer Bedauern aus, oft entsteht auch die Sorge, wer denn den deutschen Profitanzsport weiterhin in den Wettkämpfen vertreten soll. Dieses Turnier hat wieder einmal gezeigt: Panik wäre nicht am Platze. Für drei der vier deutschen Paare, die außer den Siegern das Finale erreicht haben, nämlich Ilia Russo / Oxana Lebedev, Vladyslav Talybin / Evgenia Poskrebysheva, und Steffen Zoglauer / Sandra Koperski war dies das erste Lateinturnier bei den Profis vor deutschem Publikum. Da kommt Zuversicht auf: Die Profineulinge sind auf einem guten Weg, das Potenzial für weitere Leistungssteigerungen ist vorhanden.

Einen guten Start hatten insbesondere Ilia Russo und Oxana Lebedev. Natürlich hat man sich auf ein Wiedersehen mit Oxana gefreut und war auch gespannt, wie sie, die jahrelang mit Franco Formica auf den internationalen Siegertreppchen ihren Platz hatte, sich mit Ilia Russo zusammenfinden würde. Zufrieden konnte man feststellen: Das sieht schon jetzt gut aus und hat Zukunft. Möglicherweise war dieser positive Eindruck, den Ilia und Oxana hinterließen, für die Wertungen Valeras und Ninas nicht gerade zuträglich. Sie arbeiten erfolgreich an ihrer Leistung und zeigten sich stark verbesser, das hätte zumindest in Einzelwertungen, vor allem in der Kür, erkennbar werden dürfen.

Jürgen Schimmel muss als Ausrichter nicht mehr gelobt werden: Dass seine Turniere meist früh ausverkauft sind, spricht für sich. Aber auch die Paare kommen immer gerne nach Chemnitz und Limbach-Oberfrohna, beides Hochburgen des deutschen Profitanzsports.

Finale:

1. Markus Homm / Ksenia Kasper (Nürnberg) (6)
2. Ilia Russo / Oxana Lebedev (Baden-Baden) (12)
3. Valera Musuc / Nina Trautz (Augsburg) (19)
4. Vladyslav Talybin / Evgenia Poskrebysheva (Berlin) (23)
5. Steffen Zoglauer / Sandra Koperski (Berlin) (30)
6. Viacheslav Mostsevoi / Agnieszka Pomorska (Polen) (36)

(Platzziffern einschließlich Kür)

Semifinale:

7. Jannick Busch / Anja Leiter (Steinfurt)
8. Emanuil Karakatsanis / Sarah Knapp (Weinheim)
9. Sergey Oladyshkin / Anastasia Weber (Stuttgart)

(Wertungsrichter: Stefan Meißner (Börnsen), Anna-Karina Mosmann (Berlin), Monika Niederreiter (München), Thomas Reichert (Ingolstadt) Martin Schurz (Bonn)

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