Grand Prix Latein • Limbach-Oberfrohna • 30. März 2014

Ilia Russo / Oxana Lebedew

Die Stadthalle in Limbach-Oberfrohna bei Chemnitz ist mittlerweile eine traditionsreiche Stätte für den deutschen Professional-Tanzsport. In diesem Jahr stand das Grand-Prix-Turnier in den Lateinamerikanischen Tänzen auf dem Programm - und auch dieses Mal wurden die Paare, die nach Limbach-Oberfrohna angereist waren, nicht enttäuscht. Ein ausverkauftes Haus im festlichen Rahmen mit einem begeisterungsfähigen Publikum und hervorragende Livemusik für Paare und Publikum boten optimale Voraussetzungen für einen spannenden Turnierabend.

Leider musste die Startliste im Vorfeld einige Absagen zunächst gemeldeter Turnierpaare verkraften; Krankheit und die Nachwehen der vor Kurzem zu Ende gegangenen "Asian Tour" machten doch einigen zunächst gemeldeten Paaren noch zu schaffen. Dennoch präsentierte sich am Abend ein attraktives und qualitativ gut besetztes Starterfeld von sieben Paaren, das neben den deutschen Vertretern auch Paare aus Russland sowie der Tschechischen Republik aufwies und mit seiner Internationalität einen besonderen Reiz bot. Auch das Rahmenprogramm mit Showformationen der Tanzschule Köhler-Schimmel konnte sich einmal mehr sehen lassen und zeigte eindrucksvoll das große Repertoire und das Engagement ihrer Tänzerinnen und Tänzer, aber auch der Tanzlehrer.

Über das Semifinale qualifizierten sich alle sieben Paare für das Finale, in dessen erstem Teil sich Oxana Lebedev und Ilia Russo aus Baden-Baden mit fünf klar gewonnenen Tänzen an die Spitze setzten. Waren die Wertungen auf den weiteren Rängen zunächst etwas uneinheitlicher, so lagen hier beiden Augsburger Nina Trautz und Valera Music nach dem Jive souverän auf Platz zwei, gefolgt von den russischen Vertretern Tatiana Perederey/Sergey Salov. Ebenfalls gut präsentierten sich Evgeniya Poskrebysheva und Vladyslav Talybin aus Berlin, die am Podium kratzten, sich aber nach fünf Tänzen mit Platz vier begnügen mussten. Mit etwas Abstand belegten Irina Maizlish/Jaroslav Suchy aus der Tschechischen Republik Platz fünf vor Ekaterina Kryukova/ Ruslan Khairulin (Russland) und  Sabine und Mario Schiena aus Leverkusen.

Im abschließenden Kürfinale präsentierten sich die Paare einzeln dem Wertungsgericht. Hier punkteten Nina Trautz und Valera Musuc und konnten mit Ihrer bereits international erfolgreichen Choreographie zu Filmmusik aus dem Film "Mr. und Mrs. Smith" die Kürwertung vor Oxana und Ilia für sich entscheiden. 

Tradition hat in Limbach-Oberfrohna auch die Wahl des Publikumslieblings - hier ging der Sieg mit hauchdünnem Vorsprung dieses Mal nach Russland an Tatiana Perederey/Sergey Salon, die sich über hierüber sichtlich freuten.

Ein großer Dank gilt Jürgen Schimmel und seinem Team der Tanzschule Köhler-Schimmel, die - einmal mehr - mit großem Engagement, Charme und sächsischer Gastfreundschaft einen wunderbaren und festlichen Turnierabend für Paare, Publikum und Offizielle auf die Beine gestellt haben. Man kann nur hoffen, dass Limbach-Oberfrohna weiterhin ein fester Bestandteil im Turnierkalender bleibt.

Dennis Tischmacher

Ergebnis:

1. Ilja Russo / Oxana Lebedew (Baden-Baden)
2. Valera Musuc /  Nina Trautz (Augsburg)
3. Sergey Salov / Tatiana Perederey (Russland)
4. Vladyslav Talybin / Evgeniya Poskrebysheva (Berlin)
5. Jaroslav Suchy / Irina Maizlish (Tschechien)
6. Ruslan Khairulin  / Ekaterina Kryukova (Russland)
7. Mario Schiena /  Sabine Schiena (Leverkusen)

WDC EM Kür Latein • Moskau • 16. März 2014

 

Am 16. März ging es in Moskau um die Europameisterschaft in der Kür in den lateinamerikanischen Tänzen.

Unter 16 Paaren haben Jurij und Aleksandra Kaiser den 7. Platz, Federico Slemties und Olesya Zapadenska den 12. Platz belegt.

Auf dem Foto v.l.n.r.: Federico Slemties - Aleksandra Kaiser - Olesya Zapadenska - Jurij Kaiser.

Deutscher Wertungsrichter war Peter Hölters, von dem auch der nachfolgende Bericht stammt. 

Drumherum  – und wen das nicht interessiert, bitte mit dem fünften Absatz weiterlesen.

Der Flug von Düsseldorf nach Moskau ( 2081 Kilometer ) dauert drei Stunden und fünfzehn Minuten. Die Fahrt vom Flughafen Demedevo bis zum Turnierort „Crocus City“ (60 Kilometer) dauert ähnlich lange, zweieinhalb Stunden -  bei  normaler Verkehrslage. Es ist ein Weg im quälenden Strom der Fahrzeuge, die in die Stadt Moskau hinein und wieder heraus wollen, Tag und Nacht, Stunde um Stunde, das ganze Jahr über, ohne Pause. Und sie wollen immer, heftig!

Sascha, der mich am Flughafen aufgepickt hat und ins Hotel bringen soll, hat alles an Bord: zwei Handys, ein Navigationssystem,  und, sicherheitshalber, ein I-Pad. Alles permanent an, natürlich. Denn hier kommen Anrufe des Veranstalters an, da erfolgen Fahrthinweise, und die Freundin will ja auch mal wissen, was gerade so  los ist.  Alles natürlich gleichzeitig und immer unter dem Motto: wo seid ihr gerade, was machst du gerade, oder wie kommst du möglichst schnell ans Ziel? Moderne Kommunikation, permanent.  Das machen hier wirklich alle so; und nicht nur das, das kann ich mit Blick in die Innenräume der mitschwimmenden Fahrzeuge sehen.

Crocus City, der Veranstaltungsort,  ist eine ausgelagerte Einkaufsmeile außerhalb Moskaus, verbunden mit gigantischen Messehallen und angeschlossenem Hotel. Neben den „Dance Stories 2014“, dem Hauptevent mit zahllosen Turnieren und einem prominentem  internationalem Wertungsgericht, inklusive Europameisterschaft, findet hier, sozusagen „nebenbei“ , eine Bootsaustellung statt, alles vom Allerallerfeinsten, Luxus pur, ungeachtet der brisanten politischen Situation.

Ungeachtet? Nein, das stimmt nicht ganz, das war schon deutlich spürbar, die Anspannung wegen des  bevorstehenden Referendums der Krimbewohner. Ob man dem Europakurs der Ukraine folgen, oder lieber der Russlandfolklore erliegen soll? Mittlerweise kennen wir das Ergebnis.

Das Turnier …

… beginnt um die Mittagszeit, mit einem Treffen der Wertungsrichter, im „Judges-Room“.  Der Chairman, Kenny Welch, erläutert das Wertungssystem und ermahnt alle: Country hin oder her, vergesst das, das beste Paar soll und muss gewinnen.

Sechzehn Paare treten an, vier müssen ausscheiden, das geht ja nun so, schwierig,  Papier bitte…

Das Semifinale …

… und jetzt reden wir mal zuerst über die deutschen Vertreter, die nicht das Finale erreichten:  Federico Slemties und Alessia Sepmanskaja, kämpften mit dem Jetlag, waren sie doch direkt von der Asian-Tour nach Moskau gekommen, es lief nicht so rund wie erwartet, verständlich. Sie belegten im Gesamtergebnis den 12. Platz, der, angesichts der Umstände, allen Respekt verdient.

Jurij und Aleksandra Kaiser waren mit ihrer Michael-Jackson-Kür für mich klare Finalisten. Ein erkennbares Thema und solides Tanzen, wechselnde Rhythmen, gut genug für das Finale. Fand ich.

Das Finale …

…  begann in der ausgelosten Reihenfolge, mit dem Paar aus GB,  Richard Still und Hemphill Morgan.
Ihre Kür, tja, wo fange ich da an? Ich blicke auf meine begleitenden Notizen. Da steht: weiße Masken, viel Pantomime, witzig,  solide. Für mich: Platz vier, Resultat: Platz sechs.

Dann kamen Alano Guveia und Serena Lecca ITA: Afrikanische Rhythmen, in unsere Tänze übersetzt, für mich toll und wie schön! Serena, was für eine Präsentation, was für eine Qualität! Und auch der neue Partner, gut. A no nonsense perfomance, without no doubts. Im Finale – leider – nicht so gut wie im Semi, aber für mich dennoch: first Place. Resultat: Platz fünf.

Die dritten Starter, die ich eigentlich nicht im Finale hatte, die als Vizemeister endeten:
Emanuele Soldi und Elisa Nasuto (ITA). Hinterher frage ich mich: Warum hatte ich die nicht im Finale? Nun, ein Tanz, Rumba : „falling in love with you…“ , das war mir nicht genug  für eine : „Latin American Showdance Championship“.
Sicher, gut getanzt, aber trotzdem…

Pavel Trosnichev und Olga Zalivalova (RUS) waren für mich Dritte, sie wurden Vierte in der Meisterschaft. Thema: Marcel Marceau, Paris, die Musik: eine gute Show.

Arsen Agamalyian und Oxana Vasilyeva (RUS) gewannen die Europameisterschaft, mit Sonnenbrillen und: “ Sweet dreams are made of this.“ Cool, meine Nummer zwei.

Aleksander Chessakov und Yukia Chessakova (RUS) wurden mit „Tango Amore“ Dritte, als amtierende russische Meister, wie ich später erfuhr. Mein Ding war ihr Vortrag nicht: eher Standard, weniger south-american-dance.

Habe ich das schon erwähnt, diese fantastische Show von Massimo Giorgiani und Alessia Manfredini am Vorabend der Veranstaltung ? Ein Hammer! Liebe Leute: Wow, wow, wow, fantastico, kann ich nur sagen.

Oder, wie schön das ist , wieder mit Freunden zusammen zu treffen, mit denen man zusammen  gemeinsam auf dem Parkett gestanden hat?

Nicht zu vergessen, die überwältigende Gastfreundschaft der Gastgeber.

War toll. Danke dafür.

Peter